Hochleistungs-Physik in der Spitze und der Breite
Die Industriegespräche Mittelhessen starten Ende Oktober ins Wintersemester 2026/27. Freuen Sie sich auf spannende Vorträge von hochkarätigen Referenten aus Forschung und Wirtschaft.
Wir laden alle interessierten Fachleute, Experten, Wissenschaftler und Studierenden zu den Veranstaltungen der Industriegespräche Mittelhessen im Wintersemester 2026/27 ein. Die Themen reichen von industriellen Anwendungen der Ultraschall-Rastermikroskopie über Lithium-Ionen-Zellen „made in Germany“ bis zu den Herausforderungen des Strahlenschutzes beim Rückbau kerntechnischer Anlagen.
Programm
Ultraschall-Rastermikoskopie – Physikalische Grundlagen und Anwendungen zur zerstörungsfreien Analyse von elektronischen Bauteilen und Materialsystemen
Dr. Peter Czurratis, Gründer PVA TePla Analytical Systems GmbH
> 28.10.2026, 18:00 Uhr
In seinem Vortrag wird Dr. Peter Czurratis die Grundlagen der Bildentstehung während der Abtastung von Modulen und Komponenten mit Frequenzen im Bereich von 10 MHz-1000 MHz erläutern. Verschiedene Scan-Verfahren erlauben die Durchdringung und Detektion von Einschlüssen, Mikro-Voids und Rissen in Verbundsystemen elektronischer Bauteile und in metallischen und keramischen Materialsystemen. Die Grundlage des Verfahrens beruht auf der Detektion der akustischen Impedanz, welche spezifisch für jedes Element und Materialsystem ist. Zur Bildinterpretation werden Verfahren und Modelle der künstlichen Intelligenz verwendet. Die Anwendungen reichen von Applikationen in der Forschung und Qualitätskontrolle bis hin zu den vollautomatisierten Inspektionen in Bereichen der Fertigung von Mikro-Chips und elektronischen Modulen. Weiterhin werden neue Entwicklungen im Bereich der Herstellung und Berechnung von akustischen Linsen gezeigt.
Lithium-Ionen-Knopfzellen Made in Germany – Einblicke in die Technologie, ihre Entwicklung und ihre Anwendungen
Dr. Simon Burkhardt, Development Engineer, VARTA Microbattery GmbH
> 25.11.2026, 18:00 Uhr
Moderne, hochleistungsfähige und kompakte Anwendungen wie z. B. kabellose Headsets, tragbare Armbanddisplays oder medizinische Sensor- und Dosiersysteme benötigen eine Energiequelle mit hoher volumetrischer Energiedichte. Für solche Anwendungen stellen Lithium-Ionen-Zellen oftmals die Energiequelle der Wahl dar – eine Technologie, die ihre Ursprünge in der Forschung der 1970er- und 1980er-Jahre hat und seit den 1990er-Jahren in kommerziellen Produkten eingesetzt wird. In dieser Zeit wurde das Wissen über Materialien, Produktionsprozesse und Zelleigenschaften geschaffen, das die Grundlage für die Zellproduktionsfabriken liefert, die heutzutage betrieben werden.
Eine solche Zellproduktionsfabrik wird von der VARTA Microbattery GmbH in Deutschland betrieben, um eigens entwickelte Lithium-Ionen-Knopfzellen zu produzieren und an Kunden weltweit zu liefern. Die Rahmenbedingungen bei der Produktion von Lithium-Ionen-Knopfzellen mit Stückzahlen im Millionenmaßstab ermöglichen Erkenntnisgewinne, die nicht nur für die Produktqualität entscheidend sind, sondern gelegentlich auch aus wissenschaftlicher Perspektive spannend sein können. Der Vortrag von Dr. Simon Burkhardt wird einen Überblick über die Lithium-Ionen-Technologie geben, ausgewählte Besonderheiten dabei hervorheben und Fallbeispiele aus der Realität eines deutschen Zellherstellers aufzeigen.
Bedeutung und Herausforderungen des Strahlenschutzes beim Rückbau kerntechnischer Anlagen
Thomas Rohjan, Geschäftsführer ISU-R GmbH
> 03.02.2027, 18:00 Uhr
Alle Veranstaltungen finden im Hörsaal III der Physikalischen Institute an der Justus-Liebig-Universität Gießen statt (Heinrich-Buff-Ring 14, 35392 Gießen).
Die Teilnahme ist kostenlos.
Die einzelnen Veranstaltungen der Industriegespräche Mittelhessen werden wie gewohnt auf unserer Website angekündigt.
Weitere Informationen