März 2020
Stadt Wetzlar

Unterstützung in der Corona-Krise

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind nicht absehbar. Weder global noch regional. Wir versuchen auf diesem Wege, alle Unternehmen im Namen der Wirtschaftsförderung der Stadt Wetzlar über aktuelle Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren und auf dem Laufenden zu halten.

Dieser Artikel wird kontinuierlich aktualisiert.


Information der Wirtschaftsförderung der Stadt Wetzlar / 23.3.2020.

Wie Sie der Ansprache der Bundeskanzlerin entnehmen konnten werden die notwendigen Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft, insbesondere auch der vielen Freiberufler, Einzelhändler, Gastronomen, Dienstleister, etc. erst in dieser Woche in Gesetze umgesetzt.

Der Bundestag soll am Mittwoch, der Bundesrat am Freitag darüber abstimmen. Wir werden Sie sofort informieren, sobald Einzelheiten zu den geplanten Hilfen vorliegen.

Nachstehend einige Informationen zum Thema Kurzarbeit, die insbesondere für kleinere Betriebe informativ sein könnten.

Kurzarbeitergeld gegen die Corona-Folgen

Was passiert, wenn der Arbeitgeber zu dieser Maßnahme greift, und wen es am härtesten trifft Restaurants müssen schließen, die Produktion von Industriebetrieben stockt, weil Zulieferungen zum Beispiel aus Italien oder China nicht ankommen, Friseursalons bleiben leer: In diesen Situationen fällt in Betrieben vorübergehend Arbeit weg und – zumindest auf Sicht – stehen Entlassungen auf der Tagesordnung. Um das zu vermeiden, können Arbeitgeber Kurzarbeit anmelden und für ihre Arbeitnehmer bei den Arbeitsagenturen für maximal zwölf Monate Kurzarbeitergeld beantragen.

Unabwendbarer Arbeitsausfall:

Das Kurzarbeitergeld greift, wenn es „aus wirtschaftlichen Gründen oder einem unabwendbaren Ereignis“ – so das Gesetz – zu einem Arbeitsausfall kommt. Das ist laut Bundesagentur für Arbeit auch der Fall, „wenn etwa durch staatliche Schutzmaßnahmen Betriebe geschlossen werden.“ Das passiert derzeit beispielsweise bei Kinos, Theatern und Fitness- Clubs. Neu ist: Auch Leiharbeitsfirmen können nun Kurzarbeit anmelden, wenn sie ihre Mitarbeiter nicht mehr an andere Firmen vermitteln können.

Auch für Kleinstbetriebe:

Großbetriebe kennen sich mit der Kurzarbeit oft schon gut aus – doch Kurzarbeitergeld (KUG) gibt es selbst für Kleinstunternehmen. Auch ein Arbeitgeber mit einem einzigen Beschäftigten kann Kurzarbeit anmelden.

Voraussetzungen:

Der Arbeitgeber muss die regelmäßige Arbeitszeit und den Lohn um mehr als zehn Prozent kürzen. Es können auch 100 Prozent sein („Kurzarbeit Null“). Zudem müssen ebenfalls mindestens zehn Prozent – statt bisher ein Drittel – der Beschäftigten im Betrieb vom Arbeitsausfall betroffen sein. Zumindest der Resturlaub aus dem Vorjahr muss zunächst genommen werden, bevor Kurzarbeitergeld gezahlt wird.

Sozialversicherungspflicht:

Nur für Versicherte gibt es Kurzarbeitergeld. Minijobber und Aushilfen gehen leer aus. Ihr Job ist unmittelbar gefährdet.

Lohnersatz:

Durch das Kurzarbeitergeld werden etwa zwei Drittel des ausfallenden Lohns ersetzt. Arbeitgeber dürfen auch einen Zuschuss zum KUG leisten, um so die finanziellen Folgen des zeitweisen Arbeitsausfalls zu mildern.

Steuer:

Kurzarbeitergeld ist zwar selbst nicht steuerpflichtig, es sorgt aber dafür, dass der in einem Kalenderjahr bezogene Arbeitslohn stärker mit Steuern belegt wird. Im Folgejahr kommt es dann oft zu Nachforderungen. Sicherheitshalber sollten Kurzarbeiter monatlich 50 bis 100 Euro fürs Finanzamt zurücklegen.

Sozialversicherungen:

Soweit die Mitarbeiter auf Teilzeit gesetzt sind, teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer wie gehabt die auf den Teilzeitlohn anfallenden Sozialversicherungsbeiträge. Für den ausfallenden Teil des Lohns zahlt der Arbeitgeber die Beiträge, kann sie sich aber voll von der Arbeitsagentur erstatten lassen. Auch das gilt rückwirkend seit dem 1. März 2020.

Rente:

Durch Kurzarbeitergeld gibt es geringe Renteneinbußen. Ein Jahr KUG führt bei „Kurzarbeit Null“ dazu, dass die Rente eines Durchschnittsverdieners um etwa sieben Euro niedriger ausfällt.

Arbeitslosengeld:

Ob Arbeitsplätze durch Kurzarbeit auf Dauer gesichert werden, steht in den Sternen. Wichtig zu wissen: Durch KUG werden die Ansprüche auf Arbeitslosengeld (ALG) nicht verbraucht. Wer nach einem Jahr Kurzarbeit seinen Job verliert, hat meist noch immer Anspruch auf zwölf Monate ALG – Arbeitnehmer ab 50 sogar noch länger. In der Kurzarbeit gezahlter Teilzeitlohn wird bei der Berechnung des ALG nicht berücksichtigt. Die Leistung fällt meist so hoch aus, als ob es gar keine Kurzarbeit gegeben hätte.

(Quelle WNZ vom 23.03.2020)

Unter dem folgenden Link können Sie Kurzarbeitergeld beantragen:
www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-bei-entgeltausfall


Information der Wirtschaftsförderung der Stadt Wetzlar / 16.3.2020.

Auch in Hessen spüren einige Branchen die Auswirkungen unterbrochener Lieferketten, abgesagter Großveranstaltungen und verschobener Dienstreisen. Wir stehen derzeit in Kontakt mit der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen. Die Landesregierung ist basierend auf den Maßnahmen der Bundesregierung in intensiven Gesprächen, um Unternehmen bei den Folgen der Corona-Krise zu unterstützen. Die Landesregierung steht hierzu in engem Austausch mit dem Bundeswirtschaftsministerium und den Förderinstitutionen Bürgschaftsbank Hessen, Hessen Trade and Invest und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen.

Um den Unternehmen das Auffinden der relevanten Förderprodukte zu erleichtern, haben wir alle aktuellen Informationen zur Hilfe für Unternehmen auf der Internetseite https://www.wibank.de/corona

zusammengestellt. Die Seite wird fortlaufend aktualisiert. Den Link zur Webseite können Sie gerne auch an weitere Interessenten weitergeben.

Seitens der Wirtschaftsförderung der Stadt Wetzlar werden wir Sie unsererseits immer mit den uns vorliegenden aktuellen Informationen versorgen.

Unterstützungsmöglichkeiten vom Land Hessen

Hessen setzt bei der Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zunächst auf bewährte Mittel zur Entlastung der hessischen Unternehmen. So werden in diesen Tagen beispielsweise Finanzämter dafür sensibilisiert, etwaige Anträge auf Steuerstundungen oder geringere Vorauszahlungen zügig zu prüfen. Auch so können die hessischen Unternehmen entlastet werden.

Darüber hinaus bietet das Land Hessen über die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) und die Bürgschaftsbank Hessen ein breites Spektrum geförderter Finanzierungsprodukte an, um insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei Investitionen und mit Betriebsmitteln zu unterstützen:

Kapital für Kleinunternehmen (KfK)


Kleine Unternehmen im Bereich der gewerblichen Wirtschaft (einschließlich gewerblich tätiger Sozialunternehmen) und freiberuflich Tätige mit bis zu 25 Mitarbeitenden und 5 Mio. Euro Jahresumsatz können Darlehen zwischen 25.000 und 150.000 Euro erhalten, die von der Hausbank um mindestens 50% aufgestockt werden. Für dieses Förderdarlehen sind keine banküblichen Sicherheiten notwendig. Nähere Informationen dazu unter:
www.wibank.de/kfk

Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen (GuW)


KMU mit bis zu 250 Mitarbeitern und 50 Mio. Euro Umsatz können aus diesem Förderprogramm über ihre Hausbank Betriebsmittelkredite bis 1 Mio. Euro erhalten. Weitere Informationen sind hier erhältlich:
www.wibank.de/guw

Bürgschaften
bis 1,25 Mio. Euro mit einer Bürgschaftsquote von bis zu 80 Prozent. Diese bietet die Bürgschaftsbank Hessen in Zusammenarbeit mit dem Land Hessen an. Dazu zählen auch Express-Bürgschaften für Kredite bis zu 300.000 Euro, die mit einer Bürgschaftsquote von 60 Prozent besichert und bei Erfüllung aller Kriterien besonders schnell erteilt werden. Weitere Infos und Ihren jeweiligen Ansprechpartner finden Sie hier:
www.bb-h.de/kontakt/

Landesbürgschaften
Das Land Hessen übernimmt in besonderen Fällen Landesbürgschaften i. d. R. über 1,25 Mio. Euro. In Kooperation mit der Hausbank kann dadurch sowohl die Finanzierung von Investitionen als auch die finanzielle Überbrückung von Liquiditätsengpässen abgesichert werden. Weitere Informationen dazu unter:
www.wibank.de/landesbuergschaften

Haben Sie konkrete Fragen? Wenden Sie sich an die Förderberatung des Landes Hessen bei der WIBank unter der Tel. 0611 774-7333.

Unterstützungsmöglichkeiten des Bundes

Aktuelles Maßnahmenpaket der Bundesregierung (13.März 2020)

Hier können Sie sich umfassend zu den am 13.März veröffentlichten Maßnahmen der Bundesregierung zur Abfederung der Auswirkungen des Corona-Virus informieren. Bundesminister der Finanzen, Olaf Scholz und Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier haben sich auf ein weitreichendes Maßnahmenbündel verständigt, das Arbeitsplätze schützen und Unternehmen unterstützen wird. Die Regierung errichtet einen Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen. Das Ziel ist es, Firmen und Betriebe mit ausreichend Liquidität auszustatten, damit sie gut durch die Krise kommen.
www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Oeffentliche_Finanzen/2020-03-13-Schutzschild-Beschaeftigte-Unternehmen.html

Bundesagentur für Arbeit

Wer erfahren will, ob und wie Kurzarbeitergeld beantragt werden kann, sollte sich an die jeweils zuständige Agentur für Arbeit wenden. Die Bundesagentur für Arbeit soll künftig 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns übernehmen, wenn ein Unternehmen Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt. Zudem sollen Arbeitgeber anders als bisher die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden voll erstattet bekommen. Betriebe könnten Kurzarbeitergeld bereits dann nutzen, wenn nur 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Auch Leiharbeiter sollen vom Kurzarbeitergeld profitieren. Ebenso kann die Regierung leichter eine Verlängerung von 12 auf 24 Monate beschließen.
www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-arbeitgeber-unternehmen

Unternehmerhotline der Bundesagentur:

Tel.: 0800 45555 20

Bundeswirtschaftsministerium

Hier erfahren Sie gebündelt, welche Maßnahmen das Bundeswirtschaftsministerium ergreift:
www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Wirtschaft/altmaier-zu-coronavirus-stehen-im-engen-kontakt-mit-der-wirtschaft.html

Hotline zu Fördermaßnahmen:

Tel.: 030 18615 8000
Montag - Donnerstag 9:00 Uhr bis 16:00 Uhr