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Das Herz schlägt rot

Ernst Leitz Wetzlar GmbH

Am Leitz-Park leuchten neuerdings zwei rote Punkte. Der eine markiert bekanntermaßen die Unternehmenszentrale von Leica Camera. Schräg gegenüber und in direktem Blickkontakt prangt an einem der neuen Gebäude das Logo von Leitz. Wir durften einen Blick hinter die Fassade werfen.

Als am 15. Juni 2018 der Leitz-Park III feierlich eröffnet wurde, hörte man im Gebäude mit der Hausnummer 2 kaum vernehmlich die Gläser klingen. Denn an diesem Tag feierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ehemaligen CW Sonderoptic gleich drei Ereignisse: den erfolgreichen Umzug der Firma, das 10-jährige Bestehen ihres Unternehmens und die offizielle „Wiedergeburtsstunde“ der Marke Leitz. Für sie alle, das wird beim Besuch in der Firma klar, war dies weit mehr als nur ein Umzug mit Jubiläum und Umfirmierung.

 

Ein junges Team und dessen ganzer Stolz

Im Obergeschoss des Gebäudes, wo die Ernst Leitz Wetzlar GmbH seit einem Jahr ihr Zuhause hat, sitzt das Managementteam an einem großen Besprechungstisch, auf dem auch eine Auswahl eigener Optiken angeordnet ist. Ein beeindruckendes Bild: das junge Team und deren Stolz, die Cine Objektive in dunkler schlichter Eleganz. Und ein Blick in die Runde verrät, dass die Faszination allen, die hier am Tisch sitzen, buchstäblich ins Gesicht geschrieben steht: Laura Kaufmann, Executive Officer für Marketing und HR, sorgt für die weltweite Vertretung der Marke Leitz, Geschäftsführer Carsten Schuckenböhmer leitet die Geschicke und Finanzen der Firma; Dr. Aurelian Dodoc ist seit mehr als fünf Jahren als Chief Technology Officer für die Entwicklung und Fertigung dieser herausragenden Objektive verantwortlich; Rainer Hercher, Chief Sales und Business Development Officer, vertreibt die Objektive weltweit und Raimund Bayer sorgt als COO Leiter der Bereiche Einkauf, Logistik und Planung dafür, dass alles im Unternehmen reibungslos läuft.

2008 hatte Dr. Andreas Kaufmann, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Leica Camera AG, die CW Sonderoptic GmbH als eigenständige Firma gegründet. Das Ziel: die außergewöhnliche Bildqualität der Leica Fotografie auf das Medium Film zu übertragen und den Bildgestaltern neue, kreative Räume zu schaffen. Innerhalb kürzester Zeit ist dies mit den Leica SUMMILUX-C Objektiven gelungen. Weitere Objektive des Unternehmens setzen Maßstäbe. Mit der Entwicklung und Fertigung dieser komplexen optischen Elemente höchster Qualität hat sich das vergleichsweise junge Unternehmen innerhalb der letzten zehn Jahre zu den weltweiten Branchenführern für kinematografische Spezialoptik im Premiumsegment entwickelt.

 

Cine Objektive, die zu den besten der Welt gehören

In zahlreichen Filmen der vergangenen Jahre kamen diese Objektive zum Einsatz, darunter „Birdman“, „Planet der Affen: Revolution“, „Gone Girl“ oder „Green Book“, der dieses Jahr als bester Film mit dem Oscar prämiert wurde. Tatsächlich erhielt auch das SUMMILUX-C schon die höchsten Weihen der Academy of Motion Picture Arts and Sciences: 2015 war das, als die Entwickler mit dem „Scientific And Engineering Award“ ausgezeichnet wurden. Einen Oscar gab es dafür zwar nicht, aber die begehrte Academy Plaque als höchste Auszeichnung für technische Produkte und Innovationen in der Filmindustrie.

Namhafte Kameraleute in aller Welt schätzen die Cine Objektive aus Wetzlar, ihre hohe Lichtstärke, den weichen Schärfenverlauf, die kompakte Bauweise und das geringe Gewicht, welche die Arbeit am Set erleichtern. Diese Vorzüge zeichnen die beiden Produktlinien SUMMICRON-C und SUMMILUX-C genauso aus wie das M 0.8 und THALIA oder die ganz neuen Objektivreihen LEITZ PRIME und LEITZ ZOOM, die im Frühjahr auf der Branchenmesse der NAB (National Association of Broadcasters) in Las Vegas erstmals präsentiert wurden.

„Das sind Optiken, die in punkto Hochwertigkeit, Abbildungsleistung und Güte zu den besten der Welt gehören“, erklärt Geschäftsführer Carsten Schuckenböhmer. Und Dr. Aurelian Dodoc ergänzt: „Da steckt enormes Wissen und Know-how drin, viel Sorgfalt und auch jede Menge Wertarbeit.“ Wenn der Entwickler anfängt, von der Marke und den Produkten zu schwärmen, dann klingt das nicht nur überzeugend, sondern über alle Maßen glaubwürdig. Den roten Punkt trägt er am Revers, aber auch im Herzen. Und seit der Wiederbelebung der Marke Leitz schlägt dieses Herz noch ein bisschen höher, scheint es.

 

Wo Leitz drauf steht, ist auch Leitz drin

Denn mit der Umfirmierung im Sommer 2018 wurde das Unternehmen zur Ernst Leitz Wetzlar GmbH. Die Produkte tragen jetzt nicht mehr den Namen Leica auf dem roten Punkt, sondern Leitz. Die ganz neu entwickelten Objektive LEITZ PRIME und LEITZ ZOOM stellen so eine unmittelbare Verbindung zwischen Unternehmen, Marke und Produkt her. „Aus meiner Sicht folgte dieser Schritt einer Art inneren Notwendigkeit“, ist Dr. Dodoc überzeugt. „Die Verbindung der Produkte mit dem Firmennamen hat sicher eine positive Außenwahrnehmung, wichtiger ist aber die wachsende Identifikation mit dem Unternehmen und der Marke, die ich seither auch bei meinen Kolleginnen und Kollegen beobachte.“

Entwickelt und montiert werden die gefeierten Leitz Objektive natürlich in Wetzlar. Die Linsen und Bauteile stammen aus der eigenen Fertigung oder von ausgewiesenen Optik- und Feinmechanik-Spezialisten, teilweise auch aus der Region. Für die Montage der Ausnahmeobjektive hat man in dem neuen Gebäude am Leitz-Park einen großen Reinraumbereich mit Überdruck und Temperaturregulierung eingerichtet. „Staubfreies Arbeiten ist bei uns das A und O“, betont Carsten Schuckenböhmer. Und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen um die Sorgfalt, die sie bei jedem einzelnen Arbeitsschritt walten lassen müssen. Jeder Handgriff zählt, auf jedes Detail kommt es an.

Warum das so ist, erlebt man in dem komplett verdunkelten Testraum direkt neben der Montage. Hier werden ausnahmslos alle Objektive geprüft, bevor sie das Haus verlassen. Es ist eine Art Kinosaal mit Projektor. Projiziert wird eine Schablone, auf der Tausende von Markierungen zu sehen sind: sogenannte „Siemenssterne“, Strichraster und Formatmarkierungen, an denen die Abbildungsqualität hinsichtlich Schärfe, Auflösung oder Verzeichnung abgelesen werden kann. „Unsere Objektive haben ein Bildauflösungsvermögen von über 200 Linienpaare pro Millimeter“, erklärt Dr. Aurelian Dodoc. „Das ist eigentlich unvorstellbar. Aber wenn man sich überlegt, dass in den größten Kinosälen das Bildformat bis zu 80 Quadratmeter erreicht, bekommt man schon eine Vorstellung davon, in welchen Dimensionen wir uns bewegen.“

 

Produkte der Extra-Klasse für herausragende Künstler

Vergleichsweise klein und erlesen ist demgegenüber der Kreis, für den solche technischen Spezifikationen relevant sind. „Aber es ist nicht allein die technische Brillanz, von der sich unsere Kunden begeistern lassen, sondern vor allem auch die emotionale Qualität“, erklärt Rainer Hercher, der selbst einmal als Kameramann tätig war. Er weiß deshalb: Jeder Kameramann und jede Kamerafrau entscheidet sich für eine unverwechselbare Bildsprache oder Ausdruckform, und dabei kommt es – natürlich im Zusammenspiel von Kamera, Sensor und Objektiv – auf Farbstimmungen und Kontraste, auf die Qualität in den Schärfen und Unschärfebereichen gleichermaßen an. Selbst im Zeitalter von Computer Generated Imagery (CGI), so Hercher, sei die Qualität der Objektive extrem wichtig, um beispielsweise beim „Compositing“ realer und computergenerierter Bildwelten die Nahtstelle in möglichst hoher Auflösung bearbeiten zu können.

„Ganz gleich, ob es um analoge oder digitale Filmtechniken geht – dahinter stehen immer Menschen mit künstlerischen Herangehensweisen, deren Arbeit von der Vielfalt der Ausdrucksmittel lebt“, betont Geschäftsführer Carsten Schuckenböhmer. „Da spielt die Wahl der passenden Objektive eine ganz entscheidende Rolle und wir bieten den Künstlern Produkte der Extra-Klasse, mit denen sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen können.“

 

Weitere Informationen:

www.leitz-cine.com

 

 



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