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Wachstum in Wachstumsmärkten

VIAOPTIC

Die VIAOPTIC GmbH gilt als Spezialist für Kunststoffoptiken und Systeme. Im Spritzgussverfahren werden hier Komponenten für zukunftsweisende Technologien gefertigt. Und das ist nur ein Grund für den Erfolg des Unternehmens.

Die VIAOPTIC GmbH ist vergleichsweise jung. Gegründet wurde sie vor genau 14 Jahren. Die Erfahrung und Kompetenz aber reicht noch weiter zurück. Einstmals aus der Feinwerktechnik Wetzlar GmbH hervorgegangen, fokussiert sich die Firma auf optische Kunststoffkomponenten und Systeme. 2003 kauft die ACM Projektentwicklung GmbH das Unternehmen als Teil einer strategischen Investition in die optische Industrie. Damals sitzt die VIAOPTIC noch in der Ludwig-Erk-Straße in Wetzlar. Der Umzug in den Leitz-Park 2009 gleicht einem Sprung nach oben – nicht nur geografisch. Auch die Wachstumsraten steigen von Jahr zu Jahr. Der Umsatz hat sich seit 2009 verdreifacht.

Bernhard Willnauer kam 2009 zu VIAOPTIC, wenige Monate nach dem Umzug in den Leitz-Park. Dass er an dem Wachstum des Unternehmens maßgeblichen Anteil hat, weist der Geschäftsführer von sich und verweist stattdessen auf sein Führungsteam und seine Mitarbeiter: „In den spezifischen Wachstumsmärkten, die sich für uns in den vergangenen Jahren aufgetan haben, steigen die Anforderungen in unglaublich schnellen Technologiezyklen. Dabei bewegen wir uns ständig an der Grenze dessen, was in der Kunststofftechnik möglich ist. Und das geht nur mit hochkompetenten Fachkräften. Sie sind unser höchstes Gut.“

Tatsächlich werden die Kunststoffoptiken und Systeme von VIAOPTIC allesamt in Wetzlar entwickelt und gefertigt. Zumeist handelt es sich dabei um kundenspezifische Teile und Baugruppen für Branchen, die besonders hohe Anforderungen stellen. Für die Medizintechnik etwa entwickelt und produziert das Unternehmen LED-Module für OP-Leuchten und optische Sensoren für Laboranalysegeräte. Hochgenaue optische Bauteile von VIAOPTIC sind in professionellen Barcodescanner-Systemen verbaut, aber auch in Lichtschranken oder Bewegungsmeldern. Spezifisch geformte und beschichtete Reflektoren oder Fresnel-Linsen werden immer mehr bei LED-Leuchten im Innen- und Außenbereich eingesetzt.

Die Automobilbranche ist mit einem Drittel des Gesamtumsatzes für VIAOPTIC der wichtigste Markt. Dass auch dieser Markt wächst, hat insbesondere mit dem Trend zu Fahrassistenzsystemen und sicherheitsrelevanten Komponenten zu tun, die autonomes Fahren ermöglichen. Diese Entwicklung wird technologisch auf der Grundlage optischer Systeme vorangetrieben. Gerade die Kunststoffoptik kann hier aufgrund der leichten und kompakten Bauform ihr Potenzial ausspielen – und VIAOPTIC seine ganze Kompetenz auf diesem Gebiet. Das Spektrum reicht von Spiegeln und Combinern für Head-Up Displays über Lichtleiter für die Tacho- und Drehzahlanzeige oder Tagfahrleuchten bis zu Regen-, Kraftstoff- und Abstandssensoren. In dem bekannten Werbespot eines japanischen Automobilherstellers etwa würden die Tatort-Schauspieler Jan Josef Liefers und Axel Prahl ohne die speziellen Linsen von VIAOPTIC ungebremst mit dem stehenden Baustellenfahrzeug kollidieren.

Die Anforderungen an entsprechende Bauteile und Komponenten in der Automobilindustrie sind hoch, die Entwicklungen rasant. Und VIAOPTIC versucht, ihnen immer einen Schritt voraus zu sein. Wie das geht, erklärt der zweite Geschäftsführer Uwe Bommersheim: „Wir gehen früh in einen engen Kontakt mit unseren Kunden und wirken richtungsweisend in den Prozessen mit. Diese intensive Zusammenarbeit ist unbedingt notwendig, da die Qualitätsanforderungen und Spezifikationen bei Automotive deutlich höher sind als etwa in der Unterhaltungselektronik.“ Das betrifft besonders sensible Fahrassistenzsysteme, aber auch andere sicherheitsrelevante Elektronikkomponenten. Ein Display für die Unterhaltungselektronik muss zum Beispiel Betriebstemperaturen bis 35 °C aushalten. Im Auto werden demselben Display -40 bis +105 °C abverlangt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Dauerhaltbarkeit. Denn ein Head-Up Display ist eine Funktionseinheit, die man im Gegensatz zu einem Smartphone nicht einfach alle zwei bis drei Jahre auswechselt.

Für solche Anwendungen erarbeitet VIAOPTIC anspruchsvolle Komponenten – die Leistungen reichen vom Optikdesign und Prototyping über den Werkzeugbau für den Spritzguss bis zur Bedampfung und Montage. Jeder einzelne der rund 130 Mitarbeiter trägt dazu bei, dass am Ende jedes Projektes ein erfolgreiches Produkt und ein zufriedener Kunde stehen. „Die Verantwortung gegenüber unseren Kunden nehmen wir sehr ernst“, betont Uwe Bommersheim, „und unsere Mitarbeiter tragen diese Verantwortung mit.“ Erst jüngst hat das Unternehmen ein Lean-Management-Programm aufgesetzt, bei dem jeder Mitarbeiter und jedes Team selbstverantwortlich dazu beiträgt, den eigenen Arbeitsplatz, die Arbeitsorganisation und die Prozesse zu optimieren. „Auch das“, ergänzt Bernhard Willnauer, „gehört zu einer erfolgreichen Unternehmensführung: dass man nicht nur darüber nachdenkt, wie man Wachstum generiert, sondern auch wie das Unternehmen optimal wachsen kann.“

Seit Juli 2016 tut sich für VIAOPTIC ein weiteres Geschäftsfeld auf. Ein Produktsegment eines belgischen Unternehmens wurde aufgekauft, das – aus der Laserabtastung von DVDs und Blu-ray Discs heraus – Standardlinsen aus Kunststoff zum Kollimieren der Strahlen von Laserdioden fertigt. „Damit eröffnen sich für uns noch einmal ganz neue Möglichkeiten, uns im Markt zu positionieren“, sagt Bernhard Willnauer. Ein Ende des Wachstums ist also, wie gesagt, nicht in Sicht. Etwas mehr Fertigungsfläche steht hierfür ab 2018 zur Verfügung, wenn das Schwesterunternehmen CW-Sonderoptik in das neue Gebäude im Leitz-Park Bauabschnitt 3 umzieht. Vielleicht muss ja in absehbarer Zeit auch das Firmengebäude „Am Leitz-Park 1“ abermals erweitert werden. Die Architekten haben für diesen Fall schon die Pläne in der Schublade. Und die beiden Geschäftsführer jede Menge neue Ideen im Kopf.

 

Weitere Informationen:

www.viaoptic.de

 



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