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Wa(a)gemutig

MultiWeigh

MultiWeigh HD Wiegetechnik ist ein vergleichsweise junges Wetzlarer Unternehmen mit steiler Erfolgskurve. Wie es dazu kam und wohin die Reise geht, erzählt Geschäftsführer Frank Schmehl bei einem Rundgang durch die Firma.

In dem Besprechungszimmer bei MultiWeigh könnte man sich mehrere Tage durchschlagen, ohne Hunger leiden zu müssen. In einer Glasvitrine stehen Studentenfutter, Trockenobst und Fruchtgummis neben Kaffeebohnen, Cornflakes und Semmelknödeln aufgereiht. Sogar geriebener Käse, Frischsalat und italienische Antipasti würden auf den Maschinen von MultiWeigh gewogen, sagt Geschäftsführer Frank Schmehl, aber die seien naturgemäß im Kühlschrank besser aufgehoben.

Neue Standards in der Wiegetechnik

Mit Nahrungsmitteln kennt sich Frank Schmehl aus. Nicht etwa, weil er besonders gerne isst, sondern von Berufswegen. 2003 kam er zu MultiWeigh, ein junges Unternehmen, das Heinz Debus erst zwei Jahre zuvor gegründet hatte. Die Geschäftsidee war ebenso simpel wie revolutionär: eine Mehrkopfwaage für die Nahrungsmittelindustrie, die aufgrund ihrer systemischen Auslegung ganz neue Standards in der Wiegetechnik definierte – hinsichtlich Genauigkeit, Geschwindigkeit, Wartungsfreiheit und höchsten hygienischen Anforderungen. „Ohne dieses Alleinstellungsmerkmal wäre das Unternehmen vielleicht gar nicht gegründet worden, ganz sicher aber nicht so erfolgreich gewesen“, erklärt Frank Schmehl. Als er 2003 ins Unternehmen eintrat, feierte MultiWeigh gerade den Verkauf der 50. Mehrkopfwaage. Schon damals zeigte die Erfolgskurve steil nach oben. Heute sind mehr als 1.000 MultiWeigh Maschinen im Markt.

Kein Wunder, dass sich das Wetzlarer Unternehmen auch räumlich sukzessive vergrößerte. Die erste Werkshalle in der Schanzenfeldstraße wurde schon bald zu klein, in den Folgejahren sollte MultiWeigh noch zwei Mal umziehen. Am aktuellen Standort in der Altenberger Straße, den das Unternehmen Anfang 2014 bezog, gibt es Platz genug, um weiterzuwachsen. Dabei heißt Wachstum auch immer Weiterentwicklung. „Unsere innovativen Systeme sind darauf ausgerichtet, dass wir sie ständig weiterentwickeln können, um den internationalen Mitbewerbern immer einen Schritt voraus zu sein“, betont Schmehl. Schließlich erwarten die Kunden höchste Präzision beim Wiegen, und zwar in höchster Geschwindigkeit, um wiederum einen maximalen Durchsatz zu erzielen.

Mannshohe Technologieträger, die wie Raumsonden aussehen

Wie man diesen Wettlauf technisch meistert, erklärt Frank Schmehl in der großen Werkshalle mit den mächtigen Fenstern und Oberlichtern. Hier werden gerade mehrere Teilmengenwaagen und Mehrkopfwaagen gleichzeitig montiert und geprüft, bevor sie ausgeliefert werden. Alle Mehrkopfwaagen folgen demselben Aufbau: Die zu wiegenden Produkte werden durch einen zentralen Schacht zugeführt und von dort nach außen zu den radial angeordneten Vorrats- und Wägeschalen befördert. Eine ausgefeilte Software errechnet innerhalb kürzester Zeit aus mehreren Teilmengen die Kombination, die dem Soll-Gewicht am nächsten kommt. Ist das Soll-Gewicht erreicht, wird die gewünschte Menge in die jeweils vorgesehene Verpackung abgeschüttet.

In ihrem radialen Aufbau und der edelstahlglänzenden Materialität erinnern die Mehrkopfwaagen ein bisschen an Raumsonden. „Diese mannshohen Technologieträger werden nicht ins All geschossen sondern bleiben auf dem Boden“, versichert Schmehl. Aber sie sind zu Leistungen fähig, die man durchaus überirdisch nennen könnte. Das aktuelle Spitzenmodell MultiWeigh 48 - 1.0 - M der Serie 2013 ist eine Mehrkopfwaage, die aus 48 Wiegelinien besteht und bis zu 660 Takte pro Minute schafft. Mixturen und Abfüllungen erfolgen hier mit einem maximalen Produktverlust von weniger als 0,1 Prozent. „Das ist der Benchmark, den wir aufrufen“, schwärmt Frank Schmehl.

Die innovative Systemkompetenz von MultiWeigh

Klar, diese Daten sind beeindruckend, erklären aber noch nicht, wie viel Wissen, Erfahrung und Kompetenz man in ein solch hochtechnologisches System stecken muss, um diese Performance zu erreichen. „Die Mehrkopfteilungen haben im Vergleich zu herkömmlichen Linearsystemen viele Vorteile, die wir über Jahre hinweg genutzt und ausgereift haben“, so Schmehl. So sind die Mehrkopfwaagen deutlich präziser als Linearsysteme, und zwar unabhängig von der jeweiligen Produktgeometrie. Ein entscheidender Entwicklungsvorsprung ist die Software, ohne die eine solch immense Prozessgeschwindigkeit und Präzision gar nicht möglich wäre. Dass sie neben allen mechanischen Komponenten ebenfalls im Hause MultiWeigh entwickelt wurde, versteht sich fast schon von selbst.

Und die innovative Systemkompetenz von MultiWeigh geht sogar noch weiter. „In der Nahrungsmittelindustrie haben wir es mit hocheffizienten Prozessketten und Produktionsstraßen zu tun, in die wir unsere Mehrkopfwaagen optimal integrieren müssen“, sagt Frank Schmehl. Das heißt, die Produkte kommen unverpackt an, werden gewogen und direkt in Dosen, Tüten, Weichverpackungen oder Faltschachteln abgefüllt. In manchen Fällen werden sogar bis zu zehn Zutaten einzeln abgewogen und daraus eine Mixtur mit vorgegebener Füllmenge erstellt. Da die Produkte unverpackt gewogen werden, müssen die hochpräzisen Mehrkopfwaagen und Zuführsysteme wiederum höchste hygienische Standards erfüllen. Um dies sicherzustellen, arbeitet MultiWeigh mit verschiedensten Materialien und Applikationen. In der Werkshalle ist eine zweigeschossige Anlage aufgebaut, die fast bis unter die Hallendecke reicht. Hier sollen künftig Antipasti und andere anhaftende Produkte gewogen und abgefüllt werden, die hygienisch besonders problematisch sind. „Für solche Fälle haben wir eine spezielle nanotechnologische Antihaftbeschichtung entwickelt, die möglichst rückstandsfrei gereinigt werden kann.“

Höchstleistung an allen Schaltstellen

Die Qualität und Zuverlässigkeit, die die Endkunden von der Nahrungsmittelindustrie erwarten, ist also auch für MultiWeigh verpflichtend. Denn wer sich in einem Geschäftsbereich bewegt, in dem es auf Genauigkeit, Geschwindigkeit, Wartungsfreiheit und höchste hygienische Anforderungen ankommt, muss an allen Schaltstellen Höchstleistung erbringen. Kundendienst ist deshalb bei MultiWeigh nicht Pflicht sondern Kür, Fernwartung per DFÜ eher die Regel als die Ausnahme, so Schmehl: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen, dass es eine Anerkennung ist, im 24/7-Service Rufbereitschaft zu machen, da ist neben einer Menge Kompetenz auch Verantwortungsbewusstsein gefragt.“

Das ist ein Vorzug, den die weltweiten Kunden von MultiWeigh sehr zu schätzen wissen. Und es ist eine Qualität, die neben der technologischen Innovationskraft entscheidend dazu beiträgt, dass das Wetzlarer Unternehmen auch künftig den internationalen Mitbewerbern immer einen Schritt voraus sein wird.

 

Weitere Informationen:

www.multiweigh.com



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