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Alleinstellungsmerkmal

K+S optics

K+S optics gehört zu den Hidden Champions der Optikregion. Tatsächlich liegt die Firma etwas versteckt kurz hinter der hessischen Landesgrenze. Was sie zum Champion macht, ist ein Alleinstellungsmerkmal, das man nicht kopieren kann.

Viele Unternehmen zerbrechen sich die Köpfe über sogenannte Alleinstellungsmerkmale, mit denen sie ihr Kerngeschäft gegenüber Mitbewerbern weiter zuspitzen oder ausbauen könnten. Für Lothar Kölsch ist das kein Thema. Denn es ist im Wesentlichen sein eigener Kopf, in dem sich sein Kerngeschäft abspielt. Dass es sich dabei um einen besonders klugen Kopf handelt, ist das eigentliche Alleinstellungsmerkmal: sein Wissen und seine Erfahrung, seine Einsicht und Umsicht.

Diese Fähigkeiten sind essenziell und im Bereich Optikentwicklung durch nichts zu ersetzen. Weder durch Rechnung noch durch Simulation. „Viele Optiken werden heute ausschließlich am Computer gerechnet. Das heißt, man gibt Daten und Spezifikationen ein und wartet, was am Ende der Rechnung herauskommt“, erklärt Lothar Kölsch. „Wenn man sich als erfahrener Optikentwickler die daraus resultierenden Optiken anschaut, dann erkennt man, dass die Rechnung zwar nicht falsch war, das Ergebnis aber denkbar weit von einer idealen Lösung entfernt ist.“ Mit solchen Defiziten gibt sich Lothar Kölsch nicht zufrieden. Und hier kommen seine Erfahrung und sein Wissen ins Spiel.

Optikentwicklung von Beginn an

1978 machte Lothar Kölsch seinen Abschluss als Diplom-Ingenieur und wurde vom Fleck weg von Carl Zeiss nach Oberkochen geholt. „Dass ich als studierter Geodät meine Laufbahn als Optikkonstrukteur begann, hatte in erster Linie damit zu tun, dass es damals speziell für den Optikbereich ausgebildete Fachkräfte kaum gab“, erinnert sich Kölsch. „Für mich war das ein sehr spannendes Feld mit vielfältigen Aufgaben.“ Kölsch arbeitete in der Optikentwicklung von Zeiss und befasste sich mit der Erarbeitung der theoretischen Grundlagen von Zoom-Objektiven und Entwicklung optischer Systeme.

Sieben Jahre später kam er nach Wetzlar, wo er die Optikentwicklung Foto der damaligen Wild Leitz Wetzlar GmbH leitete. 1990 wechselte er zu Leica Camera und baute dort die Optikentwicklung und den Bereich Asphärentechnologie auf. In den bewegten 1990er-Jahren, als bei Leica die Anteilseigner und Geschäftsführer gleich mehrmals wechselten, übernahm Kölsch wesentliche Aufgaben in der technischen und strategischen Entwicklung von Kameras, Objektiven und Sportoptiken, bis er 2002 als Bereichsleiter Forschung + Entwicklung das Unternehmen verließ.

Besonders breites Leistungsspektrum

Fortan ging Lothar Kölsch seinen eigenen Weg, zuerst zu zweit, seit 2013 als alleiniger Geschäftsführer von K+S optics. Die ebenso lange wie intensive Erfahrung, sagt er, habe ihn einiges gelehrt, vor allem fachlich. Entsprechend tief ist sein Wissen, wenn es darum geht, „ausgetretene Pfade zu verlassen und innovative Lösungen zu finden“. Besonders breit ist das Leistungsspektrum, das er als Optikentwickler abdeckt: Es reicht von Interferometer- und Prüfobjektiven über Ferngläser, Zielfernrohre und Spektive bis zu Kameraobjektiven und speziellen Operationsbrillen.

Seine Kunden sitzen – natürlich – in der Region Wetzlar, aber sein ausgezeichneter Ruf hat sich sogar bis in die USA und Kanada herumgesprochen. „Ich war gerade erst ein paar Tage dort, um für einen Kunden die optischen Spezifikationen für das Lastenheft eines Neuprodukts festzulegen“, erzählt Kölsch. Diese enge Zusammenarbeit mit den Kunden sei extrem wichtig, weil in keinem der genannten Geschäftsfelder die Optik für sich steht, sondern immer in ein hochkomplexes technisches und mechatronisches System eingebettet ist. „Das Produktdesign, die Elektronik und die Optik müssen da perfekt ineinandergreifen, das heißt: Je früher ich als Optikentwickler in den Produktentstehungsprozess einbezogen werde, desto besser.“

Wettbewerb auf höchstem Niveau als Wettbewerbsvorteil

Neben der Komplexität der Systeme, so beobachtet es Kölsch, hätten auch die Anforderungen hinsichtlich Qualität und Performance deutlich zugenommen. „Gerade die deutschen Hersteller besinnen sich auf diese angestammten Werte, um sich gegenüber der außereuropäischen Konkurrenz durchzusetzen.“ Für Kölsch ist dieser Wettbewerb auf höchstem Niveau ein klarer Wettbewerbsvorteil, den er gerade in der Zusammenarbeit mit den Optikunternehmen der Region Wetzlar ausspielen kann. Ganz gleich, ob es sich um Großserienprodukte geht oder um Spezialoptiken in kleinen Stückzahlen.

Dabei erfordert jeder Auftrag eine spezifische Lösung, aus der Schublade kann Lothar Kölsch nicht arbeiten. „Jeder Kunde hat eine ganz genaue Vorstellung davon, wo sein Produkt hinsichtlich der Leistungsfähigkeit liegen muss. Da gibt es jede Menge Spezifikationen, die für den einen Kunden wichtig sind, für einen anderen hingegen irrelevant.“ In der Regel aber werden die Optiken so ausgelegt, dass sie mit Blick auf den nächsten Technologiezyklus nicht jedes Mal wieder neu entwickelt werden müssen. Das gilt im Grunde genommen für alle digitalen Bildtechnologien, bei denen die Entwicklung der Sensoren weitaus kurzlebiger ist als die Optik.

K+S optics begleitet also die Produktentwicklung von der ersten Idee bis zum marktfähigen Produkt. Lothar Kölsch berät die Unternehmen, erstellt Machbarkeitsstudien, wenn es um neuartige Produktkonzepte geht; er rechnet und bemustert, prüft und kontrolliert – bis das gewünschte Produkt auf den Markt kommt. Das alles bewältigt er von seinem Büro aus, in dem beschaulichen Ort Rudersberg – ein Hidden Champion also, der zwar auf der geografischen Landkarte versteckt erscheinen mag, in der optischen Landschaft aber äußerst präsent ist.

 

Weitere Informationen:

www.k-s-optics.de



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