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Move It!

Stadt Wetzlar

Wie aktiv eine Stadt ist, zeigt sich auch und vor allem in ihrem Engagement für den Breitensport. In Zusammenarbeit mit dem Sportamt und den Vereinen hat der Sportkreis 13 Wetzlar in den vergangenen Jahren viel bewegt. Ihr gemeinsames Ziel: ein nachhaltiges sportliches Engagement für Menschen aller Altersgruppen.

Sie haben ihre Fahrzeuge getunt, aufpoliert und tiefer gelegt. Die Piloten heizen mit Schutzhelmen und Knieschonern den Asphalt der Frankfurter Straße in Wetzlar hinunter. Ungebremst – in jeder Hinsicht. Die Strecke ist anspruchsvoll, die Schanzen erhöhen den Adrenalinspiegel bei Fahrern und Zuschauern. An den Gefährten wird kurz vor dem Start noch mal letzte Hand angelegt. Aber hier kommt es neben der Technik besonders auf die Fahrkünste an, um auf Bürostühlen die 200 Meter lange Rennstrecke möglichst schnell zurückzulegen.

Menschen in ihrem Alltag in Bewegung versetzen

Auf dem Bürostuhl sitzen viele Arbeitnehmer Tag für Tag – ohne sich dabei allzu weit von ihrem Schreibtisch wegzubewegen. Zum Rennfahrzeug umfunktioniert, erfordert so eine rollende Sitzgelegenheit jede Menge Körperbeherrschung und Fahrgefühl. Wenn man so will, steht das Bürostuhlrennen symptomatisch für die Initiative, Menschen in ihrem Alltag und darüber hinaus in Bewegung zu versetzen. Und es steht für ein sportliches Engagement, das in Wetzlar auch weit über die Arbeit der Vereine hinausreicht. Hinter dem Bürostuhlrennen steht nämlich kein Sportverein, sondern der Serviceclub Round Table 86 Wetzlar. „Bei den Hessischen Meisterschaften im Bürostuhlrennen kann jeder mitmachen, der schon einmal auf einem Bürostuhl gesessen hat“, erklärt Steffen Schnorr, als Präsident von Round Table 86 Wetzlar einer der Iniatoren und Veranstalter. „Man braucht nur eine Portion Mut und einen Helm.“

Festival des Sports mobilisiert Menschen in Wetzlar

Die 2. Hessischen Meisterschaften im Bürostuhlrennen lockten im August 2011 einige Mutige und Schaulustige an die Strecke. Seine Geburtsstunde feierte das Rennen ein Jahr zuvor im Rahmen des Festivals des Sports – ein Ereignis, das als Teil der Städtewettbewerbs „Mission Olympic“ viele Wetzlarer buchstäblich in Bewegung gebracht hat. In der Lahnstadt war damals fast jede und jeder auf den Beinen. Dass Wetzlar bei dem Städtewettbewerb unter rund 100 deutschen Städten den zweiten Platz belegte, war ein riesiger Erfolg. „Weit wichtiger aber ist, dass diese Bewegung anhält und die Wetzlarer wirklich dauerhaft aktiv bleiben“, betont Gudrun Felkl, Vorsitzende des Sportkreises 13 Wetzlar. Denn darauf zielt das Festival des Sports ab: auf ein nachhaltiges sportliches Engagement, das alle Menschen mobilisiert – auch diejenigen, die mit Leistungs- und Spitzensport nichts am Hut haben.

Der Sportkreis 13 Wetzlar fördert den Sport in der Region

Als Vertreter des Landessportbundes Hessen setzt sich der Sportkreis 13 Wetzlar gezielt für die nachhaltige Unterstützung des Sports ein. Und er schafft die Voraussetzungen dafür, dass die Motivation, sportlich aktiv zu werden, schon früh an den Kindergärten und Schulen gefördert wird. „Wir wollen den Zugang zum Sport erleichtern und mögliche Berührungsängste abbauen“, so Felkl. Dies ist zum Beispiel das Ziel der Initiative „Flitzen statt Sitzen“, das der Sportkreis gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt, dem Kinderschutzbund Wetzlar und dem Weißen Ring im Lahn-Dill-Kreis auf den Weg gebracht hat. Mit Gutscheinen für eine Gratismitgliedschaft in einem Verein des Landessportbundes Hessen können Schüler der 1. Klassen der Grundschulen, die noch nicht in einem Sportverein sind, aktiv werden.

Sport ist ein Stück Lebensqualität

Das Projekt wird mit Sponsorengeldern und Mitteln aus dem Modellprojekt Integration finanziert. Überhaupt ist die Zusammenarbeit mit der Politik, den Schulen, Vereinen und Unternehmen der Region für Gudrun Felkl ganz entscheidend, um etwas bewegen zu können. „Sport ist ein Stück Lebensqualität“, erklärt Gudrun Felkl. „Das gilt für den Einzelnen und die ganze Gemeinschaft einer Stadt. Deshalb verstehen wir unsere Arbeit auch politisch, weil sie eine wichtige Grundlage schafft für den Verbleib und Zuzug von Menschen, die Ansiedlung von Arbeitsstätten und ein soziales Miteinander.“

Der Rollstuhl-Sportverein RSV Lahn-Dill

Das gesellige Zusammensein, verbunden mit der Motivation, sich sportlich zu engagieren, steht auch hinter den Aktivitäten des RSV Lahn-Dill. Der Rollstuhl-Sportverein ist ein Sportverein wie jeder andere auch. Der einzige Unterschied liegt darin, dass alle sportlichen Aktivitäten im Rollstuhl ausgeführt werden – von Tennis und Basketball über Handbike bis zum Breitensport. Unter den 183 Mitgliedern ist die Mehrzahl zwar körperbehindert, aber der Verein legt großen Wert darauf, dass alle Sportangebote auch Nichtbehinderten offen stehen. So geschieht es zum Beispiel beim Rollstuhl-Basketball, dass sich die Nichtbehinderten in einen Rollstuhl setzen und mit den Behinderten gemeinsam spielen. In den fast 30 Jahren Vereinsgeschichte hat sich die Zahl der Mitglieder nahezu verfünffacht – das breite Angebot des RSV wird in Wetzlar und im gesamten Lahn-Dill-Kreis sehr gut angenommen.

Mehr als 3.500 Teilnehmer beim Wetzlarer Brückenlauf

Wesentlich jünger, aber ebenfalls sehr beliebt ist der alljährliche Wetzlarer Brückenlauf. Vor zehn Jahren wurde die Idee des Staffellaufes geboren. Im vergangenen Jahr waren mehr als 3.500 Teilnehmer am Start. Hier treten keine Individualisten, sondern Mannschaften mit- und gegeneinander an. Die Mannschaft, die in einer Stunde die meisten Runden geschafft hat, gewinnt. „Der eigentliche Gewinner der Veranstaltung ist der Sport selbst“, erklärt Gudrun Felkl, „denn die Start- und Rundengelder, die beim Brückenlauf eingespielt werden, kommen wiederum dem Engagement für den Sport in Wetzlar zugute.“ Die Gutscheine für eine Gratismitgliedschaft der Initiative „Flitzen statt Sitzen“ etwa werden auf diesem Weg refinanziert.

Zehn Tage Sportprogramm beim Hessentag 2012

Neben vielen anderen Veranstaltungen und Ereignissen haben das Bürostuhlrennen und der Brückenlauf inzwischen ihren festen Platz im Wetzlarer Sportkalender. Und dann fiebert die ganze Stadt – auch sportlich – auf das Großereignis in diesem Jahr hin: den Hessentag 2012 in Wetzlar. Zehn Tage Sportprogramm werden von Sportamt, Sportkreis und den Vereinen auf die Beine gestellt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. „Das werden bewegte Zeiten“ freut sich Gudrun Felkl, „und zwar in jeder Hinsicht.“

 

Weitere Informationen:

www.sportkreis-wetzlar.de

 

 



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