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LOC

Leica Microsystems

Das Leica Optic Center (LOC) hat sich auf High-End-Optiken für Mikroskope und Mikroskopiesysteme spezialisiert.

Mehr als 100 unterschiedliche Glassorten warten im Glaslager von Leica Microsystems darauf, zu hochwertigen Bauteilen verarbeitet zu werden. Die Wandlung vom Glasblock zur leistungsfähigen Linse, zum Prisma, Spiegel oder Filter geschieht im Leica Optic Center (LOC), einem der Kompetenzzentren des Wetzlarer Unternehmens. Hier fertigen erfahrene und äußerst qualifizierte Mitarbeiter, von Beruf meist Feinoptiker und Feinmechaniker, Hightech-Optiken für Mikroskope und Mikroskopiesysteme in höchster Präzision. Zudem wird im LOC die Leica eigene Optiktechnologie und Prozesskompetenz für drei Produktionsstandorte weiterentwickelt.

Vom Glas zum Mikroskopobjektiv

Der Entstehungsprozess vom Glas zum Mikroskopobjektiv ist hoch komplex und umfasst 55 Arbeitsgänge. Maschinen stoßen dabei schnell an ihre Grenzen, denn schon beim Schleifen der Linsenradien ist eine Genauigkeit von 0,001 Millimeter gefordert. Wenn im nächsten Arbeitsschritt die Linsenoberflächen poliert werden, muss der Feinoptiker gar auf 25 Nanometer genau arbeiten. „Wir sprechen von einem Grenzwert, der lediglich einigen Tausendsteln einer Haarstärke entspricht“, erklärt Raimund Bayer, Projektleiter des Leica Optic Centers. „Das ist nur in einem interaktiven Prozess zwischen Feinoptiker und Maschine sowie mit viel Expertenwissen zu erreichen.“

Höchste Qualität hat Tradition

Leica Microsystems baut auf eine Tradition in Forschung, Entwicklung und Produktion von mehr als 160 Jahren auf: Das 1849 von Carl Kellner gegründete Unternehmen erlangte unter der Führung von Ernst Leitz I Weltruhm und zählt bis heute zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region. Seit 2005 gehört das Unternehmen zum US-amerikanischen, an der New Yorker Börse notierten Konzern Danaher Corporation. Höchste Qualität ist historisch untrennbar mit dem Namen Leica verbunden und stellt auch heute noch einen zentralen Wert des Unternehmens dar.

Die Optik-Experten des LOC

Das LOC ist ein beispielhafter Maßstab dafür: Nicht umsonst sind die Experten des LOC in der Feinoptiker-Prüfungskommission der Industrie- und Handelskammer (IHK) personell stark vertreten. „Höchste Qualität können wir liefern, weil wir auf die Stimme unserer Kunden hören, über vielfältige Fähigkeiten innerhalb des LOC verfügen, auf ein Netzwerk von starken Partnern bauen können und über spezialisierte Prozesskenntnisse verfügen“, erläutert Dr. Claus Gunkel, Manager des LOC.

Messen mit dem Interferometer

Auch am Arbeitsplatz von Rainer Cromm, Objektiv-Spezialist im LOC, sind Präzision und Erfahrung das wichtigste Handwerkszeug. Hier werden die einzelnen Linsenbaugruppen zum Objektiv zusammengesetzt, werden die Einzelteile so fein aufeinander abgestimmt und justiert, dass ein leistungsfähiges Hightech-Objektiv entsteht. Nachdem er die einzelnen Linsenbaugruppen – das können beispielsweise acht Fassungen mit insgesamt 14 Linsen sein – in die Objektivhülse gesetzt hat, beurteilt Cromm mit Hilfe eines Mikroskops die optische Achse. Mittels kleiner Stellschrauben kann er einen Achsversatz im μm-Bereich herstellen. Im nächsten Arbeitsschritt wird das Objektiv mit dem Interferometer vermessen. Dieses Messgerät mitsamt seiner Software wurde im LOC speziell für die hohen Anforderungen der Leica Objektive entwickelt und gefertigt.

Analytisches Denken und viel Erfahrung

Verschiedene Werte, so die Sphäre, das Außen- und das Innen-Coma, sowie Wellenfrontbereiche sind ausschlaggebend für die Qualität des Objektivs. An „seinem“ Objektivtyp, dem HCX PL APO 100x/1.40-0.70 Öl, gibt es vier Setzabstände zwischen den Fassungen, die Rainer Cromm je nach Messergebnis manuell verändert. Dabei handelt es sich um kleinste Veränderungen im μm-Bereich. Für einige Korrekturen gibt es jedoch keine eindeutige Lösung. Dann sind analytisches Denken und viel Erfahrung gefragt, um dem „Fehler“ im Nanometerbereich durch wiederholtes Verändern verschiedener Parameter und wiederholte Messungen auf die Spur zu kommen.

Jedes Objektiv ein Unikat

Im Schnitt arbeitet Cromm sechs Stunden an einem Objektiv. Welche Fähigkeiten muss man unbedingt mitbringen, um ein gutes Objektiv zu setzen? „Geduld, jahrelange Erfahrung und den Ehrgeiz, immer das Optimum an Qualität anzustreben – auch wenn das Objektiv zum wiederholten Mal auseinandergebaut werden muss“, sagt Rainer Cromm, der auf 30 Jahre Erfahrung bei Leica Microsystems blicken kann. „Letztendlich ist auch in der Serienproduktion jedes Objektiv ein Unikat.“

Von Experten für Experten entwickelt

Die Konstruktion, Planung und Fertigung von High-End-Optiken für Mikroskopsysteme von Leica Microsystems ist nur eine Aufgabe des LOC. Die andere ist es, individuelle Lösungen für individuelle Kundenwünsche zu entwickeln und zu fertigen. Ob Einzelstück oder Serienfertigung, ob Linse, Okular oder hochwertige apochromatische Objektive: Ein Team aus erfahrenen Entwicklungsingenieuren, Technikern und hochqualifizierten Wissenschaftlern entwickelt das ganz spezielle, auf die Anwendung des Kunden abgestimmte Produkt in erstklassiger Leica Qualität.

Das LOC denkt über die Norm hinaus

Dazu setzt das LOC modernste Fertigungstechnologien ein. Permanente Qualitätskontrollen sowie effiziente und transparente Prozesse sind selbstverständlich. „Natürlich dokumentieren wir sämtliche Leistungen lückenlos – weit über den Standard der DIN ISO 9001 Vorgaben hinaus“, so Claus Gunkel. „Und nach jedem Produktionsschritt wird die Qualität der Bauteile nach modernsten Methoden geprüft.“ So erfasst das LOC beispielsweise jede einzelne optische Fläche sowie am Ende das System als Ganzes mit interferometrischen und spektralfotometrischen Verfahren auf Einhaltung der vereinbarten Spezifikationen. Für Gunkel ist Qualität nicht nur ein Wort: „High-End-Qualität bedeutet für mich, mit hoch motivierten und qualifizierten Mitarbeitern Qualität über die DIN- und ISO-Normen hinaus zu leben. Und das tagtäglich.“

Kerstin Pingel

 

Weitere Informationen:

www.oem-optics.com



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