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XL/M/XS

Minox

MINOX ist klein. MINOX ist Kult. Und MINOX ist in Wetzlar zu Hause. Fans in der ganzen Welt verehren die Kleinstbildkameras und Fernoptik-Produkte.

Eigentlich habe er auf dem Dachboden nur alte Akten gesucht, berichtet Holger im Forum des 1. Deutschen MINOX-Clubs, aber dann sei er unverhofft auf eine Fotokamera seines Vaters gestoßen: „Eine Minox Riga, Seriennummer 09324 … seitdem sitze ich hier fasziniert vor dem Apparat und versuche schlau zu werden. Was ich bis jetzt raus bekommen habe, ist, dass das Baujahr wohl 1940 / 41 sein muss – viel mehr aber leider noch nicht.“ „Film rein, fotografieren, entwickeln lassen und zeigen! Dann weißt Du auch, wie es Deiner Riga geht“, antwortet Ede. Bei aller geteilten Freude rät Mücke zu Behutsamkeit: „Der Bericht über die Riga hat mich begeistert, wenn sie noch funktioniert dann quäle sie bitte nicht … nur zum spielen ist die Mechanik zu schade.“

Die Anfänge einer überzeugenden Idee

So spricht man nicht über Gegenstände oder Produkte. So spricht man über Legenden. Und nicht nur unter Eingeweihten ist klar: MINOX ist eine Legende – ganz gleich, ob es sich um die Riga-MINOX, die MINOX A, B oder C handelt oder um die MINOX 35, die als kleinste Kleinbildkamera von 1974 an zum Dauerbrenner wurde. Entscheidend ist die Idee, für die das Unternehmen MINOX und seine Produkte von Anfang an stehen, und die Überzeugung, mit der diese Idee bis heute weiterentwickelt wurde. Um diese Idee zu verstehen, muss man ein vergleichsweise simples optisches Grundprinzip in die Geschichte der Fototechnik zurückspiegeln. Optik braucht Licht. Optik braucht Platz. Optik braucht Weg. Riesig waren die ersten Kameras, mit denen die ersten Fotografen Lichtbilder festhielten. Entsprechend mühsam war es, mit den schwerfälligen Loch- und Balgenkameras zu fotografieren.

Präzisionsoptik im handlichen Format

Zwei Männer trugen dazu bei, die Schwerkraft des Fotografierens zu überwinden. 1913 entwickelte Ernst Barnack in Wetzlar die erste Kleinbildkamera, gut zehn Jahre später kam sie als erste Leica auf den Markt. Wiederum zehn Jahre später ging Walter Zapp noch einen Schritt weiter. Er konstruierte eine Kamera, die man sogar in der geschlossenen Hand verbergen konnte. An einem Holzstück gestaltete er die handliche Form, in der es die Präzisionsoptik unterzubringen galt. 1936 machte er mit dem Prototypen bereits die ersten Aufnahmen. MINOX nannte er seine Kleinstbildkamera, mit der er groß rauskommen sollte.

Bestes Umfeld in der „Stadt der Optik“

Während die Anfänge der MINOX in Riga, Lettland, lagen, zog es Walter Zapp und seinen Partner Richard Jürgens nach dem Zweiten Weltkrieg nach Wetzlar, wo die beiden in der Bahnhofstraße eine Werkstatt einrichteten. An ihrer Idee der Kleinstbildkamera wollten sie unter allen Umständen festhalten. In der „Stadt der Optik“ fanden sie das Umfeld vor, in dem sie insbesondere die Optik ihrer Kamera noch verbessern konnten. Schließlich sollte das nur 8 x 11 mm kleine Negativ genauso überzeugende fotografische Ergebnisse liefern wie die gängigen Formate, die drei bis acht Mal größer waren.

Traditionelle Wertarbeit und modernste Technologie

Die Kameras des digitalen Zeitalters sind kaum noch mit der analogen Fotografie vergleichbar. Und doch ist MINOX seiner Ursprungsidee im Wesentlichen treu geblieben. Daran hielt auch Thorsten Kortemeier fest, als er MINOX im Jahr 2001 als Gesellschafter übernahm: „Wir haben es geschafft, dass die Ursprungsidee nicht als Legende in die Annalen einging, sondern auch heute noch in all unseren Produkten lebt.“ Dazu gehören höchste Ansprüche an Präzisionsoptik und -mechanik. Und dazu gehört eine unternehmerische Grundhaltung, die traditionelle Wertarbeit selbstbewusst mit modernster Technologie verbindet und auch neue Marktsegmente erschließt.

Klassische Kameras im Maßstab 1:3

Wie das funktioniert, zeigen die MINOX Classic Cameras. Gebaut und entworfen nach dem Vorbild klassischer Kameras, haben diese im Maßstab 1:3 miniaturisierten Kleinbildkameras schon heute Kultstatus. Zum Beispiel die Classic Camera MINOX DCC 5.1. Schon auf den ersten Blick hebt sie sich deutlich von herkömmlichen digitalen Kompaktkameras ab. Sie ist kaum größer als eine Zigarettenschachtel und wiegt gerade mal 110 Gramm. Ihr Design ist Retro, ihre Technologie neuester Stand der Technik. Mit einer Auflösung von 5,1 Megapixel, einem 2-Zoll-Display in der Kamerarückwand und dem internen Speicher von 128 MB kann die DDC 5.1 vieles und noch weitaus mehr. Das Minoctar-Objektiv bietet herausragende Schärfen und Kontraste, über einen Tele- und Weitwinkelkonverter lässt sich die Optik noch erweitern.

Jagd- und Beobachtungsoptik von MINOX

Leichte und handliche Präzisionsoptik über die Produktion von Kameras hinauszuführen, darin liegt für das moderne Unternehmen in Wetzlar, wie es Thorsten Kortemeier geformt hat, eine der Kernaufgaben. Das erste Taschenteleskop von MINOX hatte Walter Zapp 1990 auf den Markt gebracht. Seither wurde der Bereich der Jagd- und Beobachtungsoptik erfolgreich ausgebaut. „Die jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der Optik und Feinmechanik fließt direkt in die jüngste Generation der in Wetzlar entwickelten MINOX Ferngläser ein – verbunden mit einem modernen, bereits mehrfach preisgekrönten Design“, erklärt Thorsten Kortemeier. Die HG Fernglas-Referenzklasse wird auch in Wetzlar produziert.

Exzellente optische Qualität

Was Präzisionsoptik „made in Wetzlar“ zu leisten vermag, bestätigt das Urteil der Experten in jeder Hinsicht, und zwar international: Eine „exzellente optische Qualität“ bescheinigt der Bird Watcher’s Digest dem Fernglas. „Leicht, handlich, wasserdicht, lichtstark und praktisch ausgestattet – diese Attribute machen das neue HG 8x56 von MINOX zu einem erstklassigen Fernglas“, so das Resümee des Testberichts im Magazin Rheinisch-Westfälischer Jäger.

Auch heute noch faszinierend

Der Geschäftsbereich der Fernoptik-Produkte für Jäger, Tier- und Naturbeobachter ist für den Optik-Spezialisten MINOX heute mindestens gleichbedeutend wie die Kameraoptik. Ganz gleich, ob es sich um erstklassige Ferngläser, besonders lichtstarke Nachtsichtgeräte oder das Digital Camera Module DCM handelt, das Okular, Monitor und Kamera zugleich ist – hier kommt es auf optische Höchstleistung in kompakter und handlicher Form an. Die Grundidee der Präzisionsoptik und -technik hat sich also bei MINOX nicht wesentlich verändert. Die Faszination ist dieselbe. Gestern, heute und in Zukunft. So kann man sich lebhaft vorstellen, was wohl geschieht, wenn in 70 Jahren ein junger Mann das MINOX HG 8 x 56 Fernglas seines Vaters unverhofft auf dem Dachboden findet.

Ralf Christofori

 

Weitere Informationen:

www.minox.com



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