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Vague Insights

Wetzlarer Kunstverein

Im Wetzlarer Kunstverein präsentierte der Stuttgarter Künstler Gert Wiedmaier seine jüngste Werkgruppe „Vage Einblicke“ – ein fotografisches Porträt der Stadt Wetzlar.

Es sind erratische Bilder – geheimnisvoll an der Oberfläche und in tieferen Schichten. Sie zeigen nicht, sondern deuten nur an. Über den Motiven liegt eine Unschärfe, die gleichzeitig den Blick schärft. Man möchte den Unschärfebereich unter allen Umständen austricksen oder durchdringen. Auch wenn es nicht so recht gelingen mag, verändern diese Bilder unweigerlich das Sehen.

Alltäglicher Blick unter einer Wachsschicht versiegelt

Grundlage der Arbeiten von Gert Wiedmaier sind Fotografien. Aufgenommen in Wetzlar, zeigen sie Straßenzüge und Altstadtgassen, die dem Betrachter vertraut sein mögen. Und doch verschließt Wiedmaier diese Orte einem alltäglichen Blick, indem er die Fotografien unter einer Wachsschicht versiegelt. Die Ergebnisse sind irritierend und rätselhaft, weil den Fotografien damit ein Stück ihres Wesens entzogen wird: nämlich jene Evidenz, von der behauptet wird sie könne die Realität so ablichten, wie sie ist.

Ein sehr ungewöhnliches Porträt von Wetzlar

Bei Wiedmaier, dessen Werke bereits in München, Chicago, Köln oder Stuttgart gezeigt wurden, ist also nichts, wie es ist – weder hinter der Kamera noch vor dem Bild. In jedem Fall ist ihm mit seiner Werkgruppe „Vage Einblicke“ ein sehr ungewöhnliches Porträt von Wetzlar gelungen.

Ralf Christofori

 

Weitere Informationen:

www.wetzlarer-kunstverein.de



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