Blick von der Sophienhütte in Richtung Dom und Kalsmunt. Aufnahme um 1908. (Bilder: Max Spalke)
Blick von der Sophienhütte in Richtung Dom und Kalsmunt. Aufnahme um 1908. (Bilder: Max Spalke)

Viseum Wetzlar

In Licht gegossen

Sechzig Jahre lang war Max Spalke in Wetzlar als Fotograf aktiv. Zwischen 1900 und 1938 hat er für die Vorstandsmitglieder von Buderus Fotoalben zusammengestellt. Im Viseum Wetzlar waren die historischen Aufnahmen aus dem schönsten Album ausgestellt.

Als Max Spalke 1896 nach Wetzlar kam, regierte Kaiser Wilhelm II. das Deutsche Reich. Als der Fotograf 1956 starb, war Theodor Heuss Präsident der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland. Sechs Jahrzehnte lang war Spalke als Fotograf in Wetzlar aktiv – er gilt noch heute als wichtiger Chronist seiner Zeit. Er hat Menschen, Bauwerke und Maschinen fotografiert, Momentaufnahmen und Veränderungen festgehalten. Seine Fotografien zeigen Monumente der Industriekultur, die damals die Zukunft bedeuteten und für die „goldenen Jahre“ des Kaiserreichs standen.

Das älteste Wetzlar-Foto von Spalke ist eine Aufnahme vom Gebäude der Buderusschen Bergwerksdirektion. Es ist 1895 entstanden, ein Jahr bevor der Fotograf im März 1896 das Atelier von Zieger & Turian übernahm. Max Spalke fotografierte viel für Buderus, sein Wirkungskreis aber reichte weit über die Industriefotografie hinaus. Seine Motive suchte und fand er in Wetzlar, aber auch in Braunfels und den umliegenden Dörfern des Landkreises. In seinem Wohnhaus mit Glashaus-Atelier gegenüber dem Goethebrunnen empfing er politische Repräsentanten und die führenden Männer der Wetzlarer Industrie. Bis nach dem Ersten Weltkrieg fotografierte er hier nahezu jedes bedeutende Ereignis.

Für seine Aufnahmen vom Wetzlarer Dom wurde Max Spalke sogar mit der „Preußischen Staats-Medaille“ ausgezeichnet – in 400 Innen- und Außenaufnahmen hatte er den Zustand des Bauwerks vor dem Ersten Weltkrieg dokumentiert. Später sollten diese Aufnahmen, die der Fotograf unter teilweise halsbrecherischen Bedingungen machte, noch wertvolle Dienste leisten: Als 1945 mit dem Wiederaufbau des Wetzlarer Doms begonnen wurde, stellte Spalke sein Bildmaterial aus der Zeit vor der Beschädigung zur Verfügung.

Die Ausstellung „In Licht gegossen. Industriefotografie bei Buderus in Wetzlar 1913“ im Viseum Wetzlar erinnerte an diesen bedeutenden Fotografen. Die gezeigten Fotografien stammten aus dem Besitz von Bosch Thermotechnik. Max Spalke hat sie in einem Album zusammengestellt. Es sind historische Aufnahmen einer vergangenen Zeit, vor allem aber Zeichen einer Zeit, die ein Jahr später – mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs – nicht mehr dieselbe war.

Max Spalke
In Licht gegossen. Industriefotografie bei Buderus in Wetzlar 1913
12.07.–16.08.2015
Viseum Wetzlar

 

Weitere Informationen:

www.viseum-wetzlar.de

 

Hochofenwerk der Sophienhütte nach der Modernisierung. Aufnahme um 1913.
Hochofenwerk der Sophienhütte nach der Modernisierung. Aufnahme um 1913.
Deckblatt des ausgestellten Fotoalbums von Max Spalke aus dem Jahr 1913.
Deckblatt des ausgestellten Fotoalbums von Max Spalke aus dem Jahr 1913.