Einsatz eines 4Pi-Mikroskops, entwickelt von MPI-Forschern und Leica Microsystems. (Bild: Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie Göttingen)
Einsatz eines 4Pi-Mikroskops, entwickelt von MPI-Forschern und Leica Microsystems. (Bild: Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie Göttingen)

Photonik-Förderung

Schlüsseltechnologie fördern

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Forschung und Entwicklung im Bereich Photonik in den nächsten 10 Jahren mit 100 Millionen Euro jährlich. Das neue BMBF-Programm formuliert für die Forschungsförderung sechs Leitlinien.

Optische Technologien stehen für wirtschaftliche Kompetenz und Erfolg „Made in Germany“. Für Bundesforschungsministerin Annette Schavan stehen sie für die Zukunft nicht nur einer Branche, sondern auch ganz entscheidend für die des Wirtschaftsstandorts Deutschland: „Wir werden die Spitzenstellung Deutschlands in der Photonik als eine der für Deutschland ganz zentralen Schlüsseltechnologien festigen und ausbauen. Die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland hängt entscheidend davon ab, wie entschlossen wir die Chancen von Schlüsseltechnologien nutzen.“

Leitlinien für die Forschungsförderung

Im Zuge dessen hat das BMBF wird angekündigt, Forschung und Entwicklung im Bereich der Photonik in den nächsten Jahren intensiv zu fördern. „Die Bundesregierung verpflichtet sich, jährlich 100 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren für die Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich der Photonik bereit zu stellen“, bestätigte Staatssekretär Georg Schütte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Mit dem Programm „Photonik Forschung Deutschland – Licht mit Zukunft“ hat das Ministerium seine Strategie dazu vorgelegt und für die Forschungsförderung des neuen BMBF-Programms sechs Leitlinien formuliert:

1. Photonik in wichtigen Wachstumsmärkten nutzen

Die Photonik wird immer stärker zur Schlüsseltechnologie für Energieeffizienz, Kommunikation, Gesundheit, also für wichtige Zukunftsmärkte. Das Programm soll die damit verbundenen Chancen gezielt nutzen, zum Beispiel durch den Aufbau neuer Allianzen zwischen Photonik und ihren Anwendern.

2. Integrierte photonische Systemtechnologie aufbauen

Die Photonik steht heute an einer Schwelle, die vergleichbar ist mit dem Übergang von der konventionellen Elektronik zur Mikroelektronik in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Künftig werden Halbleiterlichtquellen und optische Halbleiter-Bauelemente wesentliche Grundbausteine der Photonik sein. In diesem Wandel sollen deutsche Institute und Unternehmen mit Forschungsvorhaben unterstützt werden.

3. Photonische Prozessketten realisieren

Die klassischen technologischen Kompetenzen der deutschen Wirtschaft in der "Produktion von Produktivität" sollen durch den Einsatz photonischer Verfahren ergänzt und in Richtung flexibler, energieeffizienter und digital integrierter Produktion weiterentwickelt werden.

4. Forschen, Vorbeugen und Heilen mit Licht

Die Biophotonik ermöglicht es, Lebensprozesse genauer zu untersuchen und Krankheiten grundsätzlich zu erforschen. Auch in der Umwelt- und Analysetechnik bietet das Licht innovative Lösungen.

5. Die Basis der Photonik ausbauen

Deutschland muss seine technologischen Kernkompetenzen in der Photonik schützen und gezielt ausbauen und das Wechselspiel zwischen wissenschaftlicher und angewandter Photonik stärken, um neue Forschungsgebiete frühzeitig zu erschließen.

6. Photonik kommunizieren und vernetzen

Forschung und Innovation brauchen den Dialog mit der Gesellschaft. Es wird ein wichtiger Bestandteil des Programms sein, über die Photonik zu informieren und die Forschungsanstrengungen hierzu zu erklären. In besonderer Weise gilt das für die Kommunikation über die Möglichkeiten der Photonik bei der Berufs- und Studienfachwahl.

 

Weitere Informationen:

www.bmbf.de
www.optischetechnologien.de