Fertigung des Oculus Easyfield für Gesichtsfelduntersuchungen. (Bilder: Oculus)
Fertigung des Oculus Easyfield für Gesichtsfelduntersuchungen. (Bilder: Oculus)

Oculus Optikgeräte

Family Business

Die Augenheilkunde hat sich dank modernster ophthalmologischer Instrumente kontinuierlich weiterentwickelt. Wesentlichen Anteil an diesen Entwicklungen hat die Oculus Optikgeräte GmbH in Dutenhofen bei Wetzlar.

Am Ortsausgang von Dutenhofen gelegen, überragt das Verwaltungsgebäude der Oculus Optikgeräte GmbH die umliegenden Häuser. Im obersten Geschoss bietet sich eine herrliche Aussicht: von Wetzlar im Westen bis nach Gießen im Osten, vom nördlich aufragenden Dünsberg bis zur mittelalterlichen Burg Cleeberg im Süden. Die neue Firmenzentrale in Dutenhofen ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Sie besticht durch eine moderne Architektur aus Stahl und Glas. Im obersten Geschoss residiert die Geschäftsleitung, die für die zukunftsweisenden Entscheidungen des Unternehmens verantwortlich zeichnet. Nebenan präsentiert Oculus seine aktuellen Produkte in einem eigens eingerichteten Showroom.

Familiengeführtes Unternehmen mit Weitblick

Als die Firma Oculus ihr neues Gebäude mitten im Krisenjahr 2009 feierlich bezog, waren die Aussichten alles andere als rosig. Heute, gut eineinhalb Jahre später, steht die herrliche Aussicht aus dem obersten Stockwerk der Firmenzentrale wieder einmal sinnbildlich für den Weitblick des familiengeführten Unternehmens. „Die rasante Erholung der weltweiten Märkte im vergangenen Geschäftsjahr hat sich im Bereich der Investitionsgüter sehr positiv ausgewirkt – also auch auf Instrumente für die Ophthalmologie“, erklärt Paul-Arthur Loh, Kaufmännischer Leiter der Oculus Optikgeräte GmbH. „Davon haben wir als erstklassiger Partner für Ophthalmologen, Optometristen und Augenoptiker natürlich stark profitiert.“

Von Berlin nach Dutenhofen

Es hätte genauso „natürlich“ auch ganz anders kommen können. Aber diesen Gedanken wischt man ganz schnell beiseite, wenn man sich die Geschichte und Philosophie des mittelständischen Familienunternehmens näher anschaut. Denn der angesprochene unternehmerische Weitblick hat die Geschichte der Firma von Anfang an geprägt – angetrieben von der Überzeugung, durch Neuerungen und Innovationen das Unternehmen stetig weiterzuentwickeln. Die Anfänge von Oculus reichen bis ins Jahr 1895 zurück. Damals gründete Alois Mager die „A Mager Spezialfabrik Ophthalmologischer Instrumente“ in der Chausseestraße in Berlin. Sein Sohn Wilhelm übernahm von 1924 bis 1956 die Geschäfte. In dieser Zeit firmierte er nicht nur die väterliche Spezialfabrik um in die Oculus GmbH, sondern er beschloss 1947 auch den Umzug von Berlin nach Dutenhofen. Im selben Jahr wurde der Diplom-Ingenieur Kurt Kirchhübel neben Wilhelm Mager zum weiteren gesellschaftlichen Geschäftsführer ernannt

Kernkompetenzen von Oculus

Dieser Name prägt bis heute das Unternehmen. Mittlerweile leitet Rainer Kirchhübel in dritter Generation die Geschäfte der Oculus GmbH. Die Erfolgsfaktoren seines Unternehmens liegen für ihn auf der Hand: „Wir konzentrieren uns voll und ganz auf unsere Kernkompetenz im Bereich ophthalmologischer Instrumente. Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass sie von uns höchste Qualität, innovative Systeme und besten Service bekommen. Darüber hinaus sind wir in der Lage, auf sich verändernde Kundenanforderungen sehr schnell und zielgerichtet zu reagieren. Kurz: Oculus hat alle Qualitäten eines hoch effizienten und leistungsfähigen Familienunternehmens.“

Entwicklung in enger Abstimmung mit Anwendern

Diese Qualitäten sind beileibe kein Selbstläufer – sie müssen auch in einem Familienunternehmen wie Oculus hart erarbeitet und konstant gepflegt werden. Einen wichtigen Beitrag dazu liefern die rund 230 Beschäftigten am Standort Dutenhofen. 172 von ihnen arbeiten in Forschung und Entwicklung, Fertigung und Kundenservice, weitere 55 Mitarbeiter in der Verwaltung und im Vertrieb. Komplexe Geräte wie etwa das Centerfield für Gesichtsfelduntersuchungen, der Keratograph für topographische Vermessungen oder das Flaggschiff von Oculus, die Pentacam, werden bei Oculus in enger Abstimmung mit Anwendern und der hauseigenen Fertigung entwickelt und realisiert.

Hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Neben der Präzision in Feinmechanik und -optik kommt es bei ophthalmologischen Instrumenten vermehrt auf die Integration der entsprechenden Software und Elektronik an. Auch hier setzt Oculus auf eine hohe Entwicklungskompetenz und Fertigungstiefe – aus gutem Grund, wie Paul-Arthur Loh betont: „Bei uns wird im Haus noch eine Vielzahl von Technologien von vergleichsweise kleinen Arbeitsgruppen beherrscht. Dieser Weg ist nicht billig und erfordert firmentreue und hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aber dadurch bewahren wir uns eine gewisse Unabhängigkeit.“

Produktion für heimische und internationale Märkte

So schnell sich Diagnostik und Behandlungsformen in der Medizin weiterentwickeln, so dynamisch muss die unterstützende Medizintechnik reagieren. An dieser Stelle ermittelt die Firma Oculus die Anforderungen des Marktes, um in Kooperation mit Hochschulen und internationalen Instituten neue Patente und Produkte zu entwickeln. Dabei behält Oculus nicht nur die heimischen sondern auch die internationalen Märkte im Auge. Bereits vor 25 Jahren wurden mit Nidek Japan Exklusivverträge über Verkauf, Marketing und Kundenservice für Nidek-Produkte in Deutschland geschlossen. Umgekehrt errichtete Oculus im Jahr des Mauerfalls Niederlassungen in der Tschechischen Republik, in der Slowakei und in Polen. 1999 wurde in der Nähe von Seattle in Nordamerika die Oculus-Zweigniederlassung für Vertrieb und Kundenservice gegründet. Im Jahr 2007 folgte eine Niederlassung in Hongkong.

Das Siegel „made by Oculus“

Inzwischen erzielt Oculus über 50 Prozent des Umsatzes auf Auslandsmärkten. Das Siegel „made by Oculus“ ist in Fachkreisen weltweit anerkannt. Erst kürzlich präsentierten die Spezialisten aus Dutenhofen 2010 anlässlich der Jahrestagung der American Academy of Ophthalmology in Chicago ein weiteres revolutionäres Gerät: Das Corvis ST ermöglicht dem Betrachter, die Bewegung der Hornhaut als Reaktion auf einen kontrollierten Luftstoß zu betrachten. Dabei zeichnet die High-Speed Scheimpflug-Kamera, eine Eigenentwicklung von Oculus, eine Video-Sequenz der nur Millisekunden dauernden Bewegung auf. Im Ergebnis liefert das neue Corvis ST Bilder, die nie zuvor zu sehen waren.

Die vierte Generation

Mit neuen Produkten beschreitet Oculus also neue Wege im Bereich der Augendiagnostik. Und mit dem Eintritt der vierten Generation legt das Familienunternehmen die Basis für die künftige Fortsetzung seiner Erfolgsgeschichte. Als Assistent der Geschäftsleitung unterstützt Christian Kirchhübel bereits seinen Vater: kompetent, nah am Geschehen – und mit unternehmerischem Weitblick.

Ralf Christofori

 

 

Weitere Informationen:

www.oculus.de

Blick in die Galvanik von Oculus.
Blick in die Galvanik von Oculus.
Arbeit an und mit dem Keratographen.
Arbeit an und mit dem Keratographen.