Die technischen Module von Janitza mit ihren blauen Gehäusen machen Energie sichtbar und dadurch kontrollierbar. (Bilder: Ralf A. Niggemann)
Die technischen Module von Janitza mit ihren blauen Gehäusen machen Energie sichtbar und dadurch kontrollierbar. (Bilder: Ralf A. Niggemann)

Janitza electronics

Volle Transparenz

Mehr Transparenz in der Energieverteilung! – Nein, dahinter verbirgt sich kein Wahlversprechen im großen Wahljahr, sondern ein Kundenversprechen der Lahnauer Firma Janitza electronics GmbH. Ihre intelligenten Messtechniksysteme sorgen für Transparenz im Energieverbrauch und in der Spannungsqualität.

Unternehmen lieben es, ihre Erfolgsgeschichte in Balkendiagrammen darzustellen – am besten dreidimensional. Markus Janitza hat es da einfacher. Er braucht nur aus dem Fenster seines Büros zu schauen, das sich im obersten Geschoss der neuen Hauptverwaltung befindet. Von dort aus hat man die Erfolgsgeschichte der Firma Janitza electronics ganz plastisch vor Augen: die einzelnen Bauabschnitte, die seit der Gründung des Unternehmens vor gut 30 Jahren sukzessive hinzugekommen sind.

Als Eugen Janitza 1961 sein Unternehmen gründete, war Sohn Markus noch gar nicht auf der Welt. Die kleine Firma fertigte klassische Steuerungen und Schaltkästen für die Maschinenindustrie. Und zwar so erfolgreich, dass die Eugen Janitza GmbH 1969 ihre Produktionsstätte in Naunheim erweiterte. Schon früh sollte Markus Janitza in die Fußstapfen seines Vaters treten. Aber er stieg nicht in den väterlichen Betrieb ein, sondern ging seinen eigenen Weg: „Ich hatte gerade Abitur gemacht, als mir mein Vater einen Baugrund in Lahnau-Waldgirmes überschrieb, auf dem ich meine eigene Firma aufbauen sollte. Das war im Jahr 1986. Hier beginnt die Geschichte von Janitza electronics. Und die gäbe es ganz sicher nicht ohne meinen Vater.“

Um zu verdeutlichen, wie die Zeiten damals waren, holt Markus Janitza ein paar Analoganzeiger aus dem Regal, die früher in mächtigen Schaltschränken verbaut waren. Historische Relikte, die im digitalen Zeitalter höchstens Erinnerungswert haben. Bereits zwei Jahre nach der Firmengründung brachte Janitza electronics den weltweit ersten elektronischen Blindleistungsregler mit Oberschwingungsgrenzwerten und automatischer Stufenabschaltung auf den Markt. Zugegeben, das klingt kompliziert und Markus Janitza weiß das: „Es soll eher verdeutlichen, wie wir seit drei Jahrzehnten arbeiten. Wir entwickeln marktorientiert neue Techniken und kombinieren vorhandene Anwendungen zu überzeugenden Produkten. Auf diese Weise haben wir uns ein Know-how erarbeitet, das uns in die Lage versetzt, unserer Zeit immer einen Schritt voraus zu sein.“ Viele langjährige Mitarbeiter stehen für dieses Know-how. Einige davon sind seit der ersten Stunde dabei. Andere, wie die Kollegen aus der Softwareentwicklung, sind überwiegend jünger. Aber man merkt deutlich: Alle bringen ihr spezifisches Wissen ein und sind begeistert von den Produkten.

Die Produkte von Janitza sind darauf ausgerichtet, Energie sichtbar und dadurch kontrollierbar zu machen. Die technischen Module mit ihren blauen Gehäusen sind vergleichsweise kompakt und werden vorzugsweise in Schaltkästen verbaut. Die angezeigten Daten werden über die Energie- und Differenzstrommessgeräte erfasst. Und sie können über eine Ethernet-Verbindung zentral ausgewertet und gesteuert werden. Im Zuge der Digitalisierung sind die Instrumente für das Messen und Monitoring immer leistungsfähiger geworden – und komplexer. Das Produktspektrum von Janitza reicht inzwischen von Stromwandlern und Messgeräten über die Einrichtung der IT-Umgebung bis zu Datenbanken und Analysesoftware. Im Ergebnis handelt es sich dabei also um hochvernetzte Systeme, die prinzipiell alle möglichen Energiedaten überall und zu jederzeit abrufbereit vorhalten; Systeme, die mit dem Nutzer und mit anderen Systemen kommunizieren; Systeme, die von Lahnau aus über VPN selbst in Toledo, Tokio oder Timbuktu gewartet werden können.

Hardware und Software werden in Lahnau entwickelt. In der Produktion wird gerade eine zusätzliche Halle modernisiert, um die Fertigung weiter auszubauen. Herzstück sind die elektronischen Baugruppen, auf deren Platinen 4.000 Teile und mehr verbaut sind. Sie werden auf großen Anlagen vollautomatisiert bestückt. Nach der Montage in den Gehäusen werden die Geräte auf Prüfständen umfangreichen Funktions- und Belastungstests unterzogen. Kein Produkt verlässt das Haus ohne eine eingehende Qualitätskontrolle. „Das hat bei uns oberste Priorität“, betont Markus Janitza. „Stellen Sie sich vor, eine Fehlerstromüberwachung ist selbst fehlerhaft. Das wäre fatal. Und genau das schätzen die Kunden an unseren Produkten und Systemen: dass sie präzise und zuverlässig ihre Arbeit verrichten.“

Sie tun das in Hotels und Großküchen, in Zoos und Freizeitparks, in großen Bankgebäuden und in der Automobilproduktion. Rund 40 Prozent der Kunden haben ihren Sitz im Ausland. 75 Prozent der DAX-Konzerne sind Janitza-Kunden. Sie haben davon einen zählbaren wirtschaftlichen und ökologischen Vorteil. Für einige ist diese verlässliche Transparenz sogar eine vorbeugende „Lebensversicherung“ – zum Beispiel besonders sensible Einrichtungen wie Krankenhäuser und Rechenzentren oder der größte Flughafen Deutschlands. Für sie ist Stromqualität und Versorgungssicherheit überlebenswichtig. Ein Problem in der Energieversorgung kann hier unüberschaubare Konsequenzen haben. Die Messsysteme von Janitza sorgen dafür, dass kritische Gefahrenbereiche früh lokalisiert und behoben werden können. Tritt dann doch der schlimmste Fall ein, können die Messdaten der Klasse-A-Netzqualitätsanalysatoren von Janitza sogar zum Rechtsvergleich herangezogen werden.

Dabei müssen die Ursachen für „Fehlerströme“ nicht unbedingt im System liegen. Dass „sauberer“ Strom nicht immer gewährleistet werden kann, zeigt sich etwa im Zuge der Energiewende. Denn: Strom aus erneuerbaren Energien wird zwar sauber gewonnen, aber es fehlen die Möglichkeiten, um ihn zu speichern und saubere Spannungen konstant ins Netz einzuspeisen. Umso wichtiger ist hier ein zuverlässiges Energiemonitoring. In vielen Regionen, wie zum Beispiel den USA, wiederum spielt die Spannungsqualität eine zunehmende Rolle. Und die Elektromobilität ist ein weiterer neuer Markt mit globaler Reichweite, der in naher Zukunft zusätzliche stabile Kapazitäten erfordern wird.

Die positiven Effekte eines intelligenten Energiemanagements werden in diesen ebenso sensiblen wie weitreichenden Geschäftsfeldern besonders deutlich. Aber sie zeigen auch im Kleinen ihre Wirkung. Dort, wo auf der Grundlage präziser Messdaten und einer intelligenten Steuerung Energiekosten eingespart und CO2-Emissionen deutlich gesenkt werden können. Janitza geht hier mit gutem Beispiel voran: In der Fertigung wird der Stromverbrauch der Produktionsanlagen konstant gemessen. Die Energiezentrale im neuen Verwaltungsgebäude zeigt den Verbrauch von Strom und dessen Einspeisung über die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach an.

Besonders begeistert ist Markus Janitza von der im Haus entwickelten GridVis®-Systemsoftware und dem Energy-Portal. Hier können Energiedaten online jederzeit und überall abgerufen werden. Die Cloud-basierte Lösung erspart den Kunden eigene Anschaffungs- und Betriebskosten für Software, Server, Datenbank und Pflege. Das Portal gewährleistet höchste Datensicherheit und ist vor allem einfach zu bedienen. Die Systemarchitektur ist flexibel und individuell konfigurierbar. So lässt sich die Energieeffizienz auf der Basis von Kennzahlen und deren Verläufen im Unternehmen optimieren – aber auch der Strom-, Gas- und Wasserverbrauch im eigenen Zuhause.

Mehr Transparenz erweist sich also in diesen Fällen tatsächlich als ein wirtschaftlicher und ökologischer Vorteil. Janitza electronics zeigt, wie es geht. Ganz gleich, ob man die Messsysteme etwa beim Bäcker nebenan oder in Industrieunternehmen und Rechenzentren einsetzt – man lässt sich als Kunde gerne davon überzeugen. Und das ist ein ganz wesentlicher Erfolgsfaktor in dieser Erfolgsgeschichte.

 

Weitere Informationen:

www.janitza.de

 

Markus Janitza erläutert, wie die angezeigten Daten über Energie- und Differenzstrommessgeräte erfasst werden.
Markus Janitza erläutert, wie die angezeigten Daten über Energie- und Differenzstrommessgeräte erfasst werden.