Prüfung von Drehschieberpumpen in der Fertigung von Pfeiffer Vacuum. (Bilder: Pfeiffer Vacuum)
Prüfung von Drehschieberpumpen in der Fertigung von Pfeiffer Vacuum. (Bilder: Pfeiffer Vacuum)

Pfeiffer Vacuum

Vacuum Generation

Die Erfolgsgeschichte von Pfeiffer Vacuum begann vor mehr als 120 Jahren in Wetzlar. Heute gehört das Unternehmen zu den weltweit führenden Herstellern für Vakuumtechnologie.

Ein Besuch in der Unternehmenszentrale von Pfeiffer Vacuum in Aßlar beginnt mit einem Überraschungsmoment. Gleich hinter dem Haupteingang betritt man eine moderne Fertigungshalle. Hier schlägt das Herz der Pumpenfertigung, werden Rotoren und Statoren, Radial- und Axiallager, Magnetlager und Antriebselektronik montiert. Erst danach geht es zu den Verwaltungstrakten im Obergeschoss. Dass bei Pfeiffer Vacuum Produkt und Produktion im Mittelpunkt stehen, hinterlässt auch dort einen bleibenden Eindruck.

Weltweit im Einsatz: Vakuumpumpen von Pfeiffer Vacuum

Sie verrichten ihre zuverlässigen Dienste in renommierten Forschungseinrichtungen der Bio- und Nanotechnologie, in der Automobil- und Halbleiterindustrie. Vakuumpumpen von Pfeiffer Vacuum sind weltweit im Einsatz, ja sogar im All – an Bord der internationalen Raumstation ISS. Wer die Oberflächenbeschaffenheit von PET-Flaschen und die Produktionsabläufe bei der Herstellung von LEDs begreifen möchte oder die Technik der Solarthermie zu verstehen versucht, wird immer wieder auf Experten in Aßlar verwiesen. Dort hat Pfeiffer Vacuum den Stammsitz. Hier arbeiten Strategen, Entwickler und Feinmechaniker unter Hochdruck daran, die Vakuumtechnik für neue und zukunftsweisende Anwendungen nutzbar zu machen.

Pfeiffer Vacuum hat die „Schlüsseltechnologie“

Wenn es stimmt, dass man mit seinen Aufgaben wächst, dann trifft dies bei Pfeiffer Vacuum in vielerlei Hinsicht zu. So genannte Megatrends geben im Unternehmen die Richtung vor, die Technologiezyklen den Takt: Kommunikation, ressourcenschonende Energiegewinnung, Mobilität, Sicherheit – das sind nur die wichtigsten Trends und Taktgeber. Für Pfeiffer Vacuum bilden sie so etwas wie zu erschließende Wachstumsmärkte. Weniger im geographischen Sinne als vielmehr im Hinblick auf die Frage, welche technologischen Lösungen diese gesellschaftlichen Trends erfordern. Das Zauberwort heißt „Schlüsseltechnologie“. Und Pfeiffer Vacuum hat sie. „Ohne Vakuumtechnik sind viele innovative Prozesse und Produkte heute gar nicht möglich“, erklärt Armin Conrad, Leiter Forschung und Entwicklung bei Pfeiffer Vacuum. „Ob bei der Herstellung von Mikroprozessoren oder Flachbildschirmen, bei der Beschichtung von Brillengläsern und Solarmodulen oder bei der Analyse von Leckagen von Kraftstofftanks und Absorberröhren – unsere Turbopumpen und Messgeräte sind überall dort im Einsatz.“

Durchbrüche in der Entwicklung der Vakuumtechnik

Zweifelsohne gehört die Vakuumtechnologie zu den Wachstumsbranchen. Aber dieses Wachstum wäre ungesund, wenn es nicht auf einer ebenso gewachsenen Technologiekompetenz basierte. Bei Pfeiffer Vacuum hat die Kompetenz eine lange Tradition – 122 Jahre, um genau zu sein. Damals, im Jahr 1890 gründete der Wetzlarer Arthur Pfeiffer das Unternehmen und gab ihm seinen Namen. Er erwarb die Lizenz für die sogenannte Geryk-Öl-Luftpumpe und entwickelte sie 1908 für den Einsatz in Fertigungsumgebungen weiter. Der eigentliche Durchbruch in der Entwicklung der Vakuumtechnik sollte fünfzig Jahre später Dr. Willi Becker, Laborleiter bei der Arthur Pfeiffer GmbH, gelingen. Becker ging von der Öldiffusionspumpe aus, konstruierte aber ein sogenanntes Baffle, das – anders als bis dahin – die Ölmoleküle der Pumpen vom Rezipienten fernhalten würde. Es bestand aus einem rotierenden Flügelrad und stehenden Leiträdern mit spiegelbildlich angeordneten Flügeln. Damit konnte im Molekularbereich ein beachtliches Druckverhältnis erzeugt werden. Es lag daher nahe, durch Hintereinanderschalten mehrerer solcher Stufen eine Pumpe zu konstruieren. Da diese Pumpe in ihrem Aufbau einer Turbine stark ähnelte, erhielt sie den Namen „Turbomolekularpumpe“, kurz „Turbopumpe“.

Leistungsstarke Turbopumpen von Pfeiffer Vacuum

Nach wie vor gehören die Turbopumpen von Pfeiffer Vacuum zu den tragenden Produkten des Unternehmens – allein in den ersten neun Monaten 2011 betrug ihr Anteil am gesamten Umsatzerlös 27 Prozent. Und sie sind der Inbegriff für Hightech-Produkte mit hoher Zuverlässigkeit. Technologie und Leistungsdaten haben sich freilich in den vergangenen Jahrzehnten erheblich weiterentwickelt. Die erste seriengefertigte Turbopumpe aus dem Jahr 1958 erreichte ein Saugvermögen von 150 l/s und wog 95 kg. 100 bis 200 Pumpen pro Jahr wurden damals im Betrieb gefertigt. Heute leisten die Pumpen bis zu 3.000 l/s, vereinzelt sogar mehr. Die Turbopumpe HiPaceTM 300 etwa mit einem Saugvermögen von 250 l/s wiegt nur noch 6,7 kg. Die HiPaceTM 2300 wiederum erreicht ein Saugvolumen von bis zu 2.050 l/s und erzeugt ein Hochvakuum von maximal 10-7 mbar.

Kompakte Aggregate für spezifische Anwendungen

Nicht nur an den Leistungsdaten der Turbopumpen, so Armin Conrad, lasse sich die rasante Entwicklungsgeschwindigkeit in den vergangenen Jahren ablesen: „Dank neuer Antriebtechnologien, Mikroelektronik und Materialeigenschaften wurden die Aggregate immer kompakter, was etwa bei industriellen oder auch medizintechnischen Anwendungen die Systemintegration extrem erleichtert hat.“ Das gleiche gilt für die Mess- und Analysegeräte, die für Pfeiffer Vacuum inzwischen immer mehr an Bedeutung gewinnen. So nutzt etwa die Automobilindustrie Vakuummessgeräte und Lecksucher für die vollautomatische Qualitätssicherung in der Produktion von Kraftstofftanks, Alufelgen, Airbagpatronen oder Klimaleitungen.

Nahezu unschlagbar: Pfeiffer Vacuum und adixen

Gerade im Bereich Lecksuch- und Vorpumpentechnik hat Pfeiffer Vacuum seine Marktposition im vergangenen Jahr deutlich ausgeweitet. Anfang 2010 übernahm das Unternehmen die Trinos Vakuum-Systeme GmbH in Göttingen, Ende des Jahres den Geschäftsbereich Vakuumtechnologie des Alcatel-Lucent Konzerns, adixen. Vor allem mit dem Erwerb von adixen hat Pfeiffer Vacuum einen gewaltigen Schritt nach vorn getan – umso mehr, als die Größe des erworbenen Unternehmens die von Pfeiffer Vacuum sogar übersteigt. Verdoppelt hat sich dadurch nicht nur die Mitarbeiterzahl des Aßlarer Unternehmens, auch der Umsatz sollte sich im Geschäftsjahr 2011 mehr als verdoppeln – auf rund 520 Millionen Euro. Wo er die gemeinsamen Chancen von Pfeiffer Vacuum und adixen sähe, beschrieb der Vorstandvorsitzende Manfred Bender so: „Pfeiffer Vacuum ist stark bei Turbopumpen, während adixen eine führende Position bei sogenannten Vorpumpen hat. Zusammen dürften beide Unternehmen also nahezu unschlagbar sein.“

Hoch entwickelte und spezialisierte Industrieregion

Dass Pfeiffer Vacuum mit dem Erwerb von adixen wichtige Weichen gestellt hat auf dem Weg zum weltweit führenden Vakuum-Anbieter, daran lässt Manfred Bender keinen Zweifel. Genauso eindeutig fällt sein Bekenntnis zum Standort Aßlar aus. Dass ein TecDAX-Unternehmen mit internationalem Profil von Mittelhessen aus die eigenen Geschäftsbereiche vorantreibt und die Aktivitäten an über 20 Standorten weltweit steuert, erscheint auf den ersten Blick alles andere als selbstverständlich. Für Bender ist es nur folgerichtig. „Wir haben hier seit 120 Jahren als Vakuum-Anbieter eine Technologiekompetenz aufgebaut, die durch nichts zu ersetzen ist. Das betrifft die sehr hoch entwickelte und spezialisierte Industrieregion hier rund um Wetzlar, in erster Linie aber die qualifizierten Mitarbeiter, die wir in allen Bereichen des Unternehmens brauchen.“

Hochmotivierte Mitarbeiter und qualifizierter Nachwuchs

An hochmotivierten Mitarbeitern und qualifiziertem Nachwuchs mangelt es Pfeiffer Vacuum nicht, betont Personalchef Jürgen Schäfer: „Ich denke, dass wir als Hightech-Unternehmen mit starker Marktposition und gesundem Wachstum für unsere bestehenden Mitarbeiter und auch für junge Menschen attraktiv sind. Dort, wo wir spezifische Bedarfe sehen, bilden wir unsere Fachkräfte selbst aus.“ Dazu gehört etwa die Ausbildung zum Industriemechaniker. Die auszubildenden Industriekaufleute werden an wechselnden Einsatzorten im Betrieb und sogar zum Teil an den Auslandsstandorten des Unternehmens eingesetzt. Dazu zählt aber auch das duale Studium zum Maschinenbau- oder Wirtschaftsingenieur im Rahmen von StudiumPlus an der Technischen Hochschule Mittelhessen. „So schaffen wir die Basis für hoch motivierte Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen identifizieren“, erklärt Jürgen Schäfer.

Mitarbeiter wachsen mit dem Unternehmen

Ganz gleich, ob es sich um die Stammbelegschaft oder den Nachwuchs handelt – im Vergleich mit anderen börsennotierten Unternehmen liegt Pfeiffer Vacuum in dieser Hinsicht mit einem sehr aussagekräftigen Wert weit unter dem Durchschnitt: Die Fluktuationsquote der Mitarbeiter beträgt über die Jahre hinweg weniger als drei Prozent. Fast alle Mitarbeiter kommen also, um zu bleiben – oder um mit dem Unternehmen zu wachsen.

 

Unternehmensprofil:

Gegründet: 1890
Mitarbeiter: rund 2.250
Hauptsitz: Aßlar, Deutschland
Produktionsstandorte: Aßlar, Deutschland; Göttingen, Deutschland;
Annecy, Frankreich; Asan, Südkorea; Cluj, Rumänien
Produktbereiche: Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Komponenten
und Systemen zur Vakuumerzeugung, -messung und -analyse

 

Weitere Informationen:

www.pfeiffer-vacuum.de

 

 

Gewachsene Technologiekompetenz aus der Region Wetzlar.
Gewachsene Technologiekompetenz aus der Region Wetzlar.
Die Produkte von Pfeiffer Vacuum erfordern Präzisionsarbeit von allen Mitarbeitern.
Die Produkte von Pfeiffer Vacuum erfordern Präzisionsarbeit von allen Mitarbeitern.