Im April 2010 öffnete der neue Leica Shop in Solms. (Bilder: Leica Camera & Toni Felsner)
Im April 2010 öffnete der neue Leica Shop in Solms. (Bilder: Leica Camera & Toni Felsner)

Leica Camera

Perfection, Culture, Emotion

Leica steht für fotografische Perfektion, emotionale Bilder und überragende Qualität. Der weltweit renommierteste Hersteller von Kameras hat seinen Sitz in Solms bei Wetzlar – und das aus gutem Grund.

In den Optischen Werken Ernst Leitz, die seit 1849 in Wetzlar erfolgreich Mikroskope entwickeln, sorgt 1905 eine Idee für Furore: Der Techniker Oskar Barnack, Mitarbeiter des Unternehmens, will weg von den damals gängigen, schweren Plattenkameras und sucht nach einer völlig neuen Technik des Fotografierens. Seine Idee klingt heute simpel, ist vor mehr als 100 Jahren jedoch bahnbrechend: Er will das Negativ-Format verkleinern, um die Fotografien nachträglich zu vergrößern.

Auf dem Weg zur ersten Leica

Zehn Jahre lang arbeitet Oskar Barnack als Entwicklungsleiter an seiner Idee, dann gelingt ihm die Umsetzung. Aus einem Gerät für Kinofilm-Belichtungsproben entwickelt er die erste erfolgreiche Kleinbildkamera der Welt: die „Ur-Leica“. Das Kleinbildformat von 24 mal 36 mm resultiert damals aus der Verdopplung des Kinobildformats. Erste Fotos von für damalige Verhältnisse hervorragender Qualität entstanden bereits 1914. Dass es zunächst bei einigen wenigen Einzelaufnahmen bleiben sollte, liegt am Ersten Weltkrieg. Danach ging es Schlag auf Schlag. Die erste Leica – der Name setzt sich aus „Leitz“ und „Camera“ zusammen – geht 1924 in Serie und wird 1925 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Kleinbildkamera verändert die Fotografie

Was danach einsetzt, lässt sich am ehesten als weltweiter Siegeszug beschreiben. 1932 waren weltweit bereits rund 90.000 Kameras in Gebrauch, 1961 eine Million. Bildreporter und auch Fotokünstler nutzen begeistert Oskar Barnacks Kleinbildkamera – und die Möglichkeit zum „Neuen Sehen“. Dieses Sehen ist schnell und will möglichst nah ans Geschehen herankommen. „Fotografieren ist wie Bogenschießen: Richtig zielen, schnell schießen, abhauen“ – so lautet die fotografische Maxime des berühmten Henri Cartier-Bresson. Und für den Kriegsfotografen Robert Capa wird das Fotografieren buchstäblich zum Spiel mit dem Feuer: „Wenn eure Bilder nicht scharf genug sind, dann wart ihr nicht nah genug dran.“ Beide fotografierten mit Leica Kameras.

Leica M-Kameras im digitalen Zeitalter

Heute ist es die Leica M9, die den Mythos der Leica M-Kameras im digitalen Zeitalter fortsetzt. Sie ist die kleinste Systemkamera der Welt, die über einen Vollformatsensor verfügt. Die M9 fasziniert, berührt und arbeitet mit einer Präzision, die selbst das Sehvermögen des menschlichen Auges überschreitet. Und doch ist sie weit mehr als nur ein Apparat. Ihr klassisches, zeitloses M-Design macht die Kamera längst zu einer Designlegende – und zu einer positiven Ausnahmeerscheinung. Gleichzeitig bietet sie auf vollendetem technischen Niveau die Quintessenz ihrer Vorgänger. Das macht eine M9 zum perfekten zeitgemäßen Werkzeug für alle, die höchste Ansprüche an die Bildqualität und Bildgestaltung stellen.

X1: Kompaktkamera mit professionellem Bildsensor

Ähnlich ist das mit der ebenfalls im September 2009 vorgestellten Leica X1. Die Kompaktkamera profitiert von 100 Jahren Erfahrung deutscher Ingenieurskunst und ist mit der besten Bildqualität ihrer Klasse eine typische Leica. Sie ist handlich und mit einem professionellen Bildsensor ausgestattet, den man sonst nur in großen und schweren Spiegelreflexkameras findet.

V-Lux 20: direkt, spontan, intuitiv

Neu ist auch die Leica V-Lux 20, das perfekte Werkzeug für alle, die die schönen Seiten des Lebens in Bildern höchster Qualität festhalten möchten. Direkt, spontan und intuitiv. Das ermöglichen zahlreiche Automatikfunktionen und das flexibel einsetzbare 12-fach-Zoom-Objektiv mit der enormen Brennweitenspanne von 25 - 300 mm. Die Option, Blende und Belichtungszeit manuell einzustellen, gibt anspruchsvollen Fotoliebhabern Spielraum zur Gestaltung. Und die V-Lux 20 kann noch mehr – dank zeitgemäßen Extrafunktionen wie der HDVideo- Aufnahme und der Möglichkeit, Bilder mit GPS-Daten zu lokalisieren.

S2: mit und für Profis entwickelt

Mit der neuen Profikamera Leica S2 sorgt der Traditionshersteller einmal mehr für eine Revolution – diesmal digital. Das komplette Leica S-System ist gemeinsam mit professionellen Fotografen entwickelt worden – mit dem Ziel, perfekte Bildergebnisse bei optimaler Handlichkeit und Bedienung zu bieten. Das ganze System wurde rund um einen völlig neu entwickelten Bildsensor im Leica S-Format mit 30 mal 45 Millimeter Größe im bewährten Seitenverhältnis 3 zu 2 entwickelt. Die große Fläche und die konsequente Auslegung sorgen für ein Maximum an Bildqualität – und mit 37,5 Millionen Pixeln lassen sich selbst für großformatige Drucke noch problemlos Bildausschnitte nutzen.

Oskar Barnack Preis

Neben aller technischen Perfektion legt die Leica Camera AG großen Wert auf kulturelles und gesellschaftliches Engagement. So wird jährlich der „Oskar Barnack Preis“ verliehen, eine international begehrte Auszeichnung für qualitativ hochwertige Reportagefotografie. Begründet wurde der Preis 1979, in dem Jahr, in dem sich der Geburtstag von Oskar Barnack zum 100. Mal jährte. Der Preis wird im Rahmen des Fotofestivals „Rencontres Internationales de la Photographie“ in Arles (Frankreich) vergeben. Im Rahmen des Wettbewerbs wird auch ein „Nachwuchspreis“ verliehen.

Weltweite „Leica Galerien“

Weltweit unterhält oder begleitet die Leica Camera AG zudem „Leica Galerien“, die in wechselnden Ausstellungen ein fotobegeistertes Publikum anziehen. 1976 wurde die erste Leica Galerie in Wetzlar gegründet, sie ist heute in Solms untergebracht. Weitere folgten in New York, Tokio, Frankfurt, Wien, Istanbul und Salzburg. Hier werden Bilder internationaler Fotografen präsentiert, die mit Leica Kameras entstanden sind oder durch ein Leica Kulturprojekt ausgezeichnet wurden.

Neuer Leica Store in Solms

Erst vor wenigen Wochen, am 12. April, öffnete der neue Leica Store am Unternehmensstandort in Solms seine Pforten. Auf einer Fläche von 650 Quadratmetern, die in den Unternehmensfarben rot und schwarz gestaltet ist, macht das Traditionsunternehmen die Marke Leica und damit ein bedeutendes Stück Fotografiegeschichte für Mitarbeiter und Besucher gleichermaßen erlebbar. Großformatige, mit Leica Kameras aufgenommene Bilder dokumentieren den Anspruch des Unternehmens, mit seinen Produkten für das beste Bild zu stehen. Auf 230 Quadratmetern werden Kameras, Objektive und Sportoptikprodukte präsentiert und können vor Ort erworben werden. Das Leica Museum und die Galerie, in der monatlich wechselnde Fotoausstellungen gezeigt werden, sind ebenfalls Bestandteil der Markenwelt. Für Fotografen wurde ein 115 Quadratmeter großes Studio für Tests der Profikamera Leica S2 eingerichtet.

Fotografieren, Bearbeiten, Drucken

Um den kompletten Prozess von der Bildgestaltung bis zur Bildproduktion darzustellen, werden auch Arbeitsplätze für die digitale Bildbearbeitung, eine Druckstation sowie ein klassisches Fotolabor integriert. Rudolf Spiller, Vorstandsvorsitzender der Leica Camera AG, brachte während der Eröffnung der Leica Markenwelt die Botschaft des innovativen und einzigartigen Stores auf den Punkt: „Wir waren im letzten Geschäftsjahr mit hervorragenden Produkten überaus erfolgreich. Die Leica Markenwelt schafft für Kameras und Sportoptikprodukte ein emotionales Ambiente, das in seiner Wertigkeit dem Premiumanspruch der Marke Leica, der Qualität der Produkte und der herausragenden Leistung unserer Mitarbeiter entspricht.“

Ralf Christofori & Andreas Dippel

 

Weitere Informationen:

www.leica-camera.com

 

Die Leica M9 ist die kleinste Systemkamera der Welt, die über einen Vollformatsensor verfügt.
Die Leica M9 ist die kleinste Systemkamera der Welt, die über einen Vollformatsensor verfügt.
Der Erfinder der Kleinbildkamera Oskar Barnack an seiner Werkbank.
Der Erfinder der Kleinbildkamera Oskar Barnack an seiner Werkbank.
Leica-Aufnahme vom Wetzlarer Eisenmarkt, 1913.
Leica-Aufnahme vom Wetzlarer Eisenmarkt, 1913.