Präzisionsoptik für Jagd und Beobachtung von Carl Zeiss Sports Optics. (Bilder: Carl Zeiss Sports Optics GmbH)
Präzisionsoptik für Jagd und Beobachtung von Carl Zeiss Sports Optics. (Bilder: Carl Zeiss Sports Optics GmbH)

Carl Zeiss Sports Optics

Aiming High

Die Carl Zeiss Sports Optics GmbH gehört zu den jüngsten und gleichzeitig traditionsreichsten Unternehmen der Optikbranche. Von Wetzlar aus beliefert der innovative Hersteller von Ferngläsern und Zielfernrohren die ganze Welt.

Die Firmenzentrale der Zeiss Sports Optics GmbH liegt im Herzen von Wetzlar. Fragt man die Einheimischen, dann wissen alle sofort Bescheid. Für sie ist der Standort des traditionsreichen Unternehmens an der Gloelstraße mehr als nur eine geographische Randnotiz. Er ist ein Stück Geschichte und steht nicht nur unter Fachkundigen für herausragende Jagd- und Beobachtungsoptiken. Während noch vor wenigen Jahren die beiden Namen „HENDOLDT“ und „ZEISS“ in Großbuchstaben von dem imposanten Firmengebäude leuchteten, war der prägnante Schriftzug Ende September 2006 plötzlich verschwunden. Für die Wetzlarer Bürger vollzog sich damit an der Fassade, was im inneren des Firmengebäudes bereits von langer Hand vorbereitet wurde: die Neufirmierung der HENSOLDT AG ZEISS GRUPPE zur Carl Zeiss Sports Optics GmbH.

Carl Zeiss und Moritz Hensoldt

Die Carl Zeiss Sports Optics begann also am 1. Oktober 2006 als ein „junges“ Unternehmen, das gleichzeitig auf eine lange Geschichte zurückblicken kann – und auf einen Erfahrungsschatz, in dem das Wissen von zwei herausragenden optischen Betrieben gebündelt zusammenkommt: Carl Zeiss und Moritz Hensoldt. 1852 in Sonneberg / Thüringen gegründet, ließ sich Moritz Hensoldt mit seiner optischen Werkstatt 1865 in Wetzlar nieder. Carl Zeiss war mit seiner Firma bereits seit 1846 in Jena ansässig. Beide Betriebe wetteiferten mit ähnlichen Entwicklungen. Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts zunächst mit Ferngläsern: Aus Jena kamen die „Doppelfernrohre mit vergrößertem Objektivabstand“, wie die Porro-Gläser im Carl Zeiss Patent von 1893 beschriebenen wurden. Die Wetzlarer hingegen waren Wegbereiter für die kompakteren Dachkant-Prismen-Systeme, die heute in ähnlicher Form weltweit Standard sind. Wenige Jahre später, im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, begannen beide Unternehmen – erneut fast gleichzeitig – mit der Fertigung von Zielfernrohren für den Jagdbereich.

Neufirmierung im Oktober 2006

Unter den zwei konkurrierenden Marken war ZEISS in Jena der größere Betrieb, vielfältiger aufgestellt als Hensoldt, und in vielen Bereichen sehr erfolgreich. So bahnte sich langsam etwas an, das man heute als „feindliche Übernahme“ bezeichnen würde. Wenige Jahre nachdem sich das Familienunternehmen Moritz Hensoldt aufgrund der Weltwirtschaftskrise und daraus resultierender finanzieller Notwendigkeiten 1922 in eine Aktiengesellschaft wandelte, übernahm das Stiftungsunternehmen Carl Zeiss ab 1928 die Aktienmehrheit – und damit auch das Ruder an der Lahn. Die Übernahme erwies sich als Glücksfall, da die Kompetenzen zweier herausragender Optik-Unternehmen zusammengeführt wurden. „Hensoldt“ blieb zunächst als Firmen- wie auch als Markenname erhalten, die Neufirmierung zur Carl Zeiss Sports Optics GmbH erfolgte zum 1. Oktober 2006.

Schlüssel für den großen Erfolg

Heute präsentiert sich die Carl Zeiss Sports Optics GmbH als High-Tech-Unternehmen und Teil eines weltweit führenden Optikkonzerns, der aktuell mit Rekord-Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2009/2010 seine glänzende Position behauptet. Der Umsatz der Carl Zeiss Gruppe stieg um 42 Prozent auf 2,98 Mrd. Euro bei einem Gewinn vor Steuern und Zinsen von 423 Mio. Euro. Die Carl Zeiss Sports Optics GmbH erzielte im selben Zeitraum ihr bisher bestes Umsatzergebnis. „Ein Schlüssel für den großen Erfolg in allen Bereichen der Optik sind die permanenten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie der intensive Technologie-Transfer zwischen allen Bereichen der Carl Zeiss Gruppe“, erklärt Richard Schmidt, Geschäftsführer der Carl Zeiss Sports Optics GmbH.

Optische Innovationen von Carl Zeiss

Über 10 Prozent des Umsatzes werden bei Carl Zeiss in Forschung und Entwicklung investiert, was sich auch in der Vielzahl der jährlich neuen Patente zeigt – im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 294 angemeldet, weltweit hält Carl Zeiss ca. 4.000 erteilte Patente. Die Erfindung der Entspiegelungs-Schichten durch Prof. Alexander Smakula in den Carl Zeiss Werken ist nur ein historisches Beispiel unter vielen, aber sie markiert im Jahr 1935 den Beginn einer völlig neuen Epoche in allen Bereichen der Optik. Bildhelligkeit, Dämmerungsleistung und Brillanz wurden durch die sogenannte T* Vergütung neu definiert und stehen bis heute als herausragende Eigenschaften aller ZEISS Produkte. Ergänzt durch die anspruchsvollen Abbe-König Prismensysteme werden so bis zu 95 Prozent des Lichtes durch ein Fernglas hindurch geleitet.

Neue Maßstäbe für Bildschärfe und Brillanz

Eine weitere ZEISS Technologie der jüngeren Zeit: Die LotuTec Beschichtung der äußeren Linsen. Sie lässt Wasser einfach abperlen und verhindert das Festsetzen von Schmutz und Fingerabdrücken. Das Verfahren – bei ZEISS Brillengläsern bereits millionenfach eingesetzt – gilt als beispielhaft für hydrophobe Schichten und kommt in Wetzlar bei allen Victory Produkten zum Einsatz. Fluoridhaltige Gläser bilden die Basis für das „FL-Konzept“, das mittlerweile bei Spektiven, Ferngläsern und den neuen Victory FL Diavari Zielfernrohren Einzug gehalten hat. Deren unübertroffene Abbildungsleistung macht diese Linien zur jeweiligen Referenzklasse und definiert neue Maßstäbe für Bildschärfe und Brillanz.

Beste Leistungen in Grenzbereichen

„Unser Unternehmen steht für eine absolut konsequente Kundenorientierung, hochwertige und leistungsstarke Produkte sowie exzellenten Service. Wir sind der traditionsreichste und zugleich auch innovativste Lösungsanbieter und Technologieführer in unseren Märkten“, sagt Dr. Ralph Nebe, Vice President Marketing & Sales. Ausgangspunkt jedes neuen Produkts sei natürlich immer die beste Optik, darüber hinaus aber haben die ZEISS Produkte im Vergleich zum Wettbewerb einen deutlich höheren Elektronikanteil. Technologien wie Bildstabilisierung, Nachtsicht, Entfernungsmessung, Ballistikrechnung oder die Integration von digitalen Kameras in Spektiven werden gemeinsam mit den Kunden entwickelt. „Es sind solche innovativen Lösungen mit einzigartigem Zusatznutzen, die unsere Kunden begeistern“, erklärt Nebe. „Gerade in Grenzsituationen wie Gegenlicht oder Dämmerung heben sich sehr gute Gläser von guten ab. Für Jäger zum Beispiel können das die 15 Minuten längere Sicht sein, die entscheidend sind.“

Motivation und Wissen bei Carl Zeiss Sports Optics

Etwa 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat die Carl Zeiss Sports Optics GmbH weltweit, davon rund 400 in Deutschland. Neben einem modernen Maschinenpark, Reinräumen für die Endmontage, optimierten Produktionsabläufen und aufwändiger Qualitätssicherung ist es vor allem die Motivation und das Wissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den hohen Standard der ZEISS Produkte prägen. Diesen Standard zu halten und im Rahmen der exzellenten Ausbildung junger Menschen weiter auszubauen, gehört zu den wichtigsten Zielen des Unternehmens. Auch darin bleibt die Carl Zeiss Sports Optics GmbH ihrem Anspruch treu: als junges Unternehmen mit langer Tradition die Zukunft der Jagd- und Beobachtungsoptik entscheidend mitzugestalten.

Ralf Christofori

 

Weitere Informationen:

www.zeiss.de/sportsoptics

Bei Carl Zeiss Sports Optics zählt jedes Detail ...
Bei Carl Zeiss Sports Optics zählt jedes Detail ...
... von der Fertigung bis zur Qualitätssicherung.
... von der Fertigung bis zur Qualitätssicherung.