Luiz Melodia auf der Bühne des Montreux Jazz Festivals. (Bilder: Michael Agel)
Luiz Melodia auf der Bühne des Montreux Jazz Festivals. (Bilder: Michael Agel)

Leica Camera

Montreux Monochrom

Im vergangenen Jahr fotografierte Michael Agel mit der Leica M Monochrom vor und hinter der Bühne des legendären Montreux Jazz Festivals.

Niemand konnte ahnen, dass dieses Foto von Claude Nobs – seit mehr als 45 Jahren Kopf und Herz des Montreux Jazz Festivals – eines der letzten sein würde: Zu Hause in seinem Chalet scherzt der Schweizer Kulturmanager mit dem amerikanischen Bluesmusiker Buddy Guy. Was sie teilen? Natürlich die Leidenschaft für Musik, offensichtlich auch ein Faible für ornamentale Hemdenmuster – und: Sie sind beide 1936 geboren. Der Fotograf Michael Agel hat diesen schönen Moment festgehalten. Ein halbes Jahr später sollte Claude Nobs nach einer Operation infolge eines Ski-Unfalls nicht mehr aufwachen.

Unter lebenden Legenden: die Leica M Monochrom

Im Sommer 2012 verbrachte Michael Agel mehrere Wochen am östlichen Ufer des Genfersees. Für Leica – offizieller Partner des Montreux Jazz Festivals – fotografierte er die jungen und jung gebliebenen Stars. Im Gepäck hatte er eine vergleichsweise junge Kamera, die man schon jetzt zu den lebenden Legenden zählen darf: die Leica M Monochrom. Es ist die weltweit erste reine Schwarzweiß-Digitalkamera, ausgestattet mit einem Sensor, der lediglich unterschiedliche Helligkeitswerte verarbeitet und somit bei einer Auflösung von 18 Megapixeln erheblich schärfere und rauschärmere Bilder liefert, als vergleichbare Farbsensoren. „Allein schon technisch gesehen, macht die Leica M Monochrom mit ihrer herausragenden Schärfe und Dynamik richtig Spaß“, so Michael Agel.

Agel weiß, wovon er spricht, denn gerade bei Konzertaufnahmen müssen Fotograf und Kamera mit den starken Helldunkel-Kontrasten der Bühnenausleuchtung zurechtkommen. Das tun sie beide, Fotograf und Kamera, und zwar sehr eindrucksvoll: Wie eine Lichtgestalt tritt Buddy Guy auf der Bühne aus dem Dunkel hervor. Im Streulicht der Nebelmaschine verfolgt der Scheinwerfer die energiegeladene Alanis Morissette. Währenddessen posiert die Sängerin Erykah Badu am Bühnenrand, im Zwielicht zwischen Genie und Wahnsinn stellt sie ihr extravagantes Kostümbild zur Schau. Fast schon zärtlich umspielt die Lichtregie die beeindruckende Gestalt des amerikanischen Saxophonisten James Carter.

Charakteristische Tonungen analoger Schwarz-Weiß-Aufnahmen

Am Bühnenrand spielt die Leica M ihre Stärken voll aus. Ob man mit der Schwarz-Weiß-Kamera auch anders fotografiert? „Je länger man mit der Monochrom arbeitet, desto mehr lernt man umzudenken. Oder anders: Man achtet bei der Motivwahl durch den Sucher viel stärker auf die Komposition, auf den Bildaufbau, auf Zeichnungen und Kontraste“, erklärt Michael Agel. Im Ergebnis liefern Sucher und Sensor ein „echtes“ Schwarz-Weiß-Bild, das dann per Knopfdruck die charakteristischen Tonungen analoger Schwarz-Weiß-Aufnahmen annimmt. „Für die spezifische Nachbearbeitung bietet die Software Silver Efex Pro sogar die Möglichkeit, über zwanzig verschiedene Schwarz-Weiß-Filmtypen zu simulieren – von Agfa über Ilford bis Kodak“, erklärt Michael Agel.

Mögen die einen in der Rückbesinnung auf die „gute alte“ Schwarz-Weiß-Fotografie nur eine reizvolle Spielerei sehen – für Michael Agel ist die digitale Leica M Monochrom eine echte Bereicherung: „Vielleicht liegt es ganz einfach daran, dass diese Kamera in der Schwarz-Weiß-Fotografie eine Bildqualität erreicht, die beim Übergang vom analogen zum digitalen Zeitalter zwangsläufig verloren ging“, so Agel. So viel steht jedenfalls fest: Jedes einzelne seiner Bilder wäre einen Handabzug wert.

 

Weitere Informationen:

www.leica-camera.com

Sébastien Tellier.
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Erykah Badu.
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Alex Clare.
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Claude Nobs (links) und Buddy Guy.
Claude Nobs (links) und Buddy Guy.