StudiumPlus verbindet Theorie und praxisnahe Ausbildung. (Bilder: Maik Scharfscheer)
StudiumPlus verbindet Theorie und praxisnahe Ausbildung. (Bilder: Maik Scharfscheer)

StudiumPlus

Best in Class

2001 startete die Technische Hochschule Mittelhessen ein bundesweit einmaliges duales Hochschulstudienprogramm. Zehn Jahre später ist klar: StudiumPlus ist ein Glücksfall für die hochspezialisierte Industrieregion Wetzlar.

Es herrscht reger Betrieb in und vor dem Gebäude A1 der ehemaligen Spilburg-Kaserne am südlichen Rand von Wetzlar. Die jungen Menschen, die dort in Grüppchen zusammenstehen oder über den einstigen Exerzierplatz flanieren, erinnern nicht im Entferntesten an militärischen Drill vergangener Tage. Sie tragen Laptoptaschen und Dokumentenmappen und unterhalten sich über Mikrosystemtechnik und Optronik, über Wirtschaftsinformatik und Prozessmanagement. Im Foyer werfen sie einen kurzen Blick auf Vorlesungsverzeichnisse und Raumpläne, die hier nicht an verstaubten Pinwänden, sondern auf Flachbildschirmen angezeigt werden. Über modernen Studienbetrieb zerbricht sich unter den Studierenden keiner den Kopf – denn hier ist er Alltag.

Gründung der Initiative StudiumPlus

Viel wurde in jüngster Zeit über die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder debattiert. In Wetzlar hat sie bereits vor zehn Jahren Einzug gehalten. Die Initiative gab sich damals den Namen StudiumPlus – erdacht vom Wissenschaftlichen Zentrum Dualer Hochschulstudien (ZDH) der Technischen Hochschule Mittelhessen, umgesetzt in enger Kooperation mit dem IHK-Verbund Mittelhessen unter Federführung der IHK Lahn-Dill, den Verbänden, Kommunen und Kreisen sowie dem organisatorischen Zusammenschluss der Partnerunternehmen unter dem Dach des CompetenceCenter Duale Hochschulstudien – StudiumPlus e.V. (CCD). Am 25. April 2001 fiel der offizielle Startschuss für StudiumPlus durch den damaligen Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst Frank E. Portz. Im darauf folgenden Wintersemester nahm StudiumPlus bereits den Lehrbetrieb auf – mit 31 Studierenden im dualen Bachelor-Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen.

650 Studierende an drei Standorten in Hessen

Heute bietet StudiumPlus ein umfassendes duales Studienangebot, an dem mittlerweile knapp 400 Unternehmen der Region als Kooperationspartner beteiligt sind. In den Bachelor- und Masterstudiengängen mit insgesamt 16 Fachrichtungen bereiten sich zurzeit ca. 650 Studierende an den Lernorten Hochschule und Betrieb auf ihre Berufstätigkeit vor. Allein im Wintersemester 2010/11 schrieben sich 231 Erstsemester-Studierende bei StudiumPlus ein – am Hauptstandort Wetzlar, aber auch an den mittlerweile drei Außenstellen in Frankenberg, Bad Wildungen und Bad Hersfeld. Auch dort arbeitet StudiumPlus in den dualen Bachelor- und Masterstudiengängen mit regionalen Partnerunternehmen zusammen.

Studium plus Praxis plus Schnittstellenkompetenz

Das Lehrkonzept wurde vom Wissenschaftlichen Zentrum Dualer Hochschulstudien (ZDH) der Technischen Hochschule Mittelhessen ausgearbeitet und ständig weiterentwickelt. Es folgt einer einfachen Gleichung, die Prof. Dr. Anita Röhm, Geschäftsführende Direktorin des ZDH, so beschreibt: „Studium plus Praxis plus Schnittstellenkompetenz ist gleich StudiumPlus. Dass es bei der Rechnung unter dem Strich nicht um das Studium als Selbstzweck geht, sondern darum, den Studierenden eine Ausbildung und Karriereplanung zu ermöglichen, die ihren persönlichen und individuellen Ansprüchen sowie den Belangen der Partnerunternehmen gerecht wird, ist unser vorrangiges Ziel.“ Entsprechend ist das Lehrkonzept darauf ausgerichtet, Inhalte fachlich fundiert, auf hohem Niveau und gleichzeitig praxisnah zu vermitteln. Die enge Kooperation mit den Partnerunternehmen ist dabei von entscheidender Bedeutung, wie der Gründungsdirektor von StudiumPlus Prof. Dr. Harald Danne betont: „Mit StudiumPlus haben die Hochschule und die regionalen Wirtschaftsunternehmen ein Hochschulkonzept entwickelt, das sich in der Praxis seit vielen Jahren bewährt.“

Praktische Erfahrung ist unbezahlbar

Das Konzept scheint jedenfalls aufzugehen. Christoph Stach studiert gerade im 5. Semester Wirtschaftsingenieurwesen – Fachrichtung Maschinenbau. Seinen Bachelor of Engineering strebt er zum Ende des Sommersemesters 2011 an. Auf die Frage, was genau er an seinem Studiengang so schätzt, verweist er insbesondere auf die Methodenkompetenz und die unmittelbare Umsetzung des in den Vorlesungen erworbenen theoretischen Wissens in sein Partnerunternehmen Voestalpine BWG GmbH und Co. KG. „Ich bin sehr froh darüber und möchte jedem, der die Möglichkeit bekommt, empfehlen, ein Studium bei StudiumPlus anzutreten. Die praktische Erfahrung ist einfach unbezahlbar!“ Der Hochschulabsolvent Henning Jung ist schon zwei Schritte weiter. Sein erfolgreicher Abschluss zum Bachelor of Business Administration and Engineering ebnete ihm zunächst den Weg zu einer Position im Industrial Engineering bei Leica Microsystems. Zwei Jahre später wurden die ersten Masterstudiengänge von StudiumPlus angeboten – eine Chance, die Henning Jung abermals ergriff. Heute hat der Ingenieur die Fertigungsverantwortung für mehrere Produktgruppen und ist für die Prozessentwicklung bei neuen Produktneuanläufen zuständig. „Meine praktische Erfahrung und viele im Studium erworbenen Kenntnisse helfen mir dabei sehr – auch bei komplexen Geschäftssituationen“, so Jung.

Bedarfsgerechte Studienangebote

Nicht nur von den Studierenden und Absolventen wird das Konzept StudiumPlus sehr geschätzt, sondern auch von den knapp 400 Partnerunternehmen, die sich durch Finanzierungsanteile und praktische Unterstützung für das einzigartige Hochschulprojekt engagieren. Sie sind in die Hochschulstruktur fest eingebunden und sowohl im Kuratorium von StudiumPlus als auch im CompetenceCenter Duale Hochschulstudien vertreten. Das CCD ist Kooperationspartner der Technischen Hochschule Mittelhessen und fungiert als Vertreterin der regionalen Wirtschaft für StudiumPlus. „Wir sorgen für bedarfsgerechte Angebote und achten auf die Qualität des Studiums“, erklärt Dr. Uwe Schäkel, Vorstandsvorsitzender des CCD. „Darüber hinaus stellen wir sicher, dass die Studierenden in ihren Praxisphasen unternehmensspezifisch gefördert werden.“

Bachelor- und Masterstudiengänge

Umgekehrt sind die Unternehmen wichtige Partner für den Wissenstransfer zwischen Praxis und Hochschule, auf dessen Grundlage Studienschwerpunkte und Lehrinhalte kontinuierlich weiterentwickelt werden. So hat StudiumPlus in enger Abstimmung mit den Partnerunternehmen im Mai 2006 den Masterstudiengang Prozessmanagement eingeführt. Er baut auf dem Bachelor- oder Diplomstudium auf, um die erlernten Management- und Prozesskenntnisse gezielt zu erweitern und zu vertiefen. Neben systemorientierten, integrativen Prozessmanagementansätzen werden auch Sozialkompetenz, Team- und Kommunikationsfähigkeit gefördert. Im Kern geht es also bei dem Masterstudiengang Prozessmanagement um jene Schnittstellenkompetenz, die heutzutage eine entscheidende Qualifikation im Berufsleben darstellt und nicht zuletzt auch die teamorientierte, zielführende Zusammenarbeit im Unternehmen gewährleistet. Ebenfalls auf Wunsch der Partnerunternehmen wird StudiumPlus zum Wintersemester 2011/12 den neuen Masterstudiengang Systems Engineering ins Leben rufen. Auch hier wurden alle Lehrinhalte unter Mitwirkung der Unternehmensvertreter im Fachkuratorium erstellt und garantieren so eine hohe Praxisrelevanz.

StudiumPlus ist einzigartig, erfolgreich und zukunftsweisend

„Der Master Systems Engineering komplettiert damit das Studienangebot in Wetzlar“, freut sich Prof. Dr. Anita Röhm. Vorerst! – möchte man unweigerlich ergänzen. Denn mit der steigenden Zahl an Studierenden und Partnerunternehmen wird wohl auch künftig das Studienangebot weiter ausgebaut werden. StudiumPlus ist eben einzigartig, erfolgreich und zukunftsweisend. Oder einfach nur exzellent!

Ralf Christofori

 

 

Weitere Informationen:

www.studiumplus.de

Über StudiumPlus zu hervorragend ausgebildeten Fachkräften.
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