Ralf Niggemann, André Noack, Rainer Dietrich, Thorsten Kortemeier und Harald Semler (v.l.n.r.) freuen sich über die Aufnahme in das Förderprogramm des BMBF. (Bild: Steffen Gross)
Ralf Niggemann, André Noack, Rainer Dietrich, Thorsten Kortemeier und Harald Semler (v.l.n.r.) freuen sich über die Aufnahme in das Förderprogramm des BMBF. (Bild: Steffen Gross)

Wetzlar Network

Förderprogramm für Spitzencluster

Das Industrienetzwerk Wetzlar Network ist in das Förderprogramm „Internationalisierung von Spitzenclustern“ des Bundesforschungsministeriums aufgenommen worden und kann in den nächsten fünf Jahren mit bis zu vier Millionen Euro an Fördermitteln rechnen.

Im Fußballjargon würde man sagen: Der Ball liegt auf dem Elfmeterpunkt. Er muss nur noch verwandelt werden. Mitte Juni erreichte das Wetzlar Network der Bescheid, dass das Industrienetzwerk in das Förderprogramm „Internationalisierung von Spitzenclustern“ des Bundesforschungsministeriums aufgenommen wurde. Zwar muss der ausführliche Förderantrag noch geschrieben werden, aber die Teilnahme gilt als sehr wahrscheinlich. „Dann“, so Netzwerkmanager Ralf Niggemann, können wir in den nächsten fünf Jahren mit Fördermitteln bis zu vier Millionen Euro rechnen.“

Hintergrund des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierten Förderprogramms ist die Frage, wie kleinen und mittleren Unternehmen eine erfolgreiche internationale Kooperation bei Forschung und Innovation gelingen kann. Das BMBF setzt hier auf die strategische Zusammenarbeit regionaler Cluster und Netzwerke mit internationalen Partnern, in die gezielt kleine und mittlere Unternehmen eingebunden werden. Gefördert wird diese „Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken“ im Rahmen der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung.

Elf Netzwerke hat das BMBF nun für die zweite Förderrunde deutschlandweit ausgewählt. Das Wetzlar Network ist eines davon, das einzige in Hessen. Konkret gefördert wird die internationale Zusammenarbeit der optischen Industrie in der Region Wetzlar mit dem Laserforschungszentrum „Eli“ in Prag. Mithilfe der wissenschaftlichen Laserforschung aus Prag sollen industrielle Produkte in Wetzlar hergestellt werden. Von dieser Zusammenarbeit profitieren beide Seiten gleichermaßen: Die Forschung hat die Möglichkeit, ihre Ergebnisse in der industriellen Anwendung zu erproben; die beteiligten Unternehmen in der Optikregion Wetzlar wiederum bekommen Zugang zur High-Tech-Laserphysik, die bisher nur im Ausland verfügbar ist.

„Die Lasertechnik ist ein dynamischer Markt, der im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 16 Prozent erzielt hat. Ich rechne damit, dass etwa drei Projekte verwirklicht werden können“, erklärt André Noack, der dem Vorstand des Wetzlar Network angehört und den Förderantrag ausgearbeitet hat. So sollen zunächst in einer 18-monatigen Konzeptphase Projekte konkretisiert und in den folgenden dreieinhalb Jahren dann Produkte bis zur Marktreife entwickelt werden. Als Beispiel nennt der Technologie-Berater die „adaptive Optik“, ein Verfahren, bei dem man die Eintrübung der Sicht von Ferngläsern bei sehr großen Entfernungen – das sogenannte Luftflimmern – ausschalten kann.

Bei erfolgreichem Verlauf entstünden in dieser internationalen Kooperation Wertschöpfung und Arbeitsplätze für die Region Wetzlar, so Rainer Dietrich, Wirtschaftsförderer der Stadt Wetzlar. Das Förderprogramm eröffne insbesondere den kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region ganz neue Möglichkeiten und Chancen, ergänzt der Vorsitzende des Wetzlar Network Thorsten Kortemeier. Wirtschaftsdezernent Harald Semler sieht die Forschungsförderung aus Berlin als Bestätigung für die bisherige Arbeit des Industrienetzwerks, das mit der Fachmesse W3+ FAIR bereits internationale Ausstrahlung erzielt habe.

Auch für die Stiftungsprofessur im Bereich Optik / Optische Technologien und das geplante Optikzentrum in Wetzlar erwartet Netzwerkmanager Ralf Niggemann einen Schub: „Mich freut es besonders, dass all diese Aktivitäten und Initiativen des Wetzlar Network nicht nur Früchte tragen, sondern auch von höchsten Fachgremien anerkannt und unterstützt werden. Das ist gut für die Unternehmen und die gesamte Industrieregion.“

 

Weitere Informationen:

www.bmbf.de